Ein moderner Klassiker

"Dieses Buch wurde in der Hoffnung verfasst, dass diese Generation sich abkehrt von der größten aller Gottlosigkeiten - davon, dass Geschöpfe an die Stelle des Schöpfers gestellt wurden.

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Jonathan Leeman: Gemeindezucht - Betanien Verlag

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Leeman: Gemeindezucht

Artikel-Nr.: 176337

Jonathan Leeman
Gemeindezucht
Wie die Gemeinde den Namen Jesu ehrt und bewahrt


Paperback, 144 S., Betanien Verlag 03.03.2017

7,90 € *

lieferbar - Lieferzeit: 1 – 5 Werktage*

Details

„Ein scharfsinniger und wichtiger Leitfaden zum gesunden Gemeindebau, zu dem auch die Ausübung unserer ganz besonderen christlichen Verantwortung zählt - erziehende und maßregelnde Liebe in Form von Gemeindezucht. Wer eine gesunde Gemeinde erstrebt, wird enorm von diesem Buch profitieren." Paige Patterson

„Leeman lüftet die schmutzige Wäsche unseres Lebens und zeigt, wie sie gewaschen werden kann. Dieses Buch wird Ihnen auf jeden Fall helfen. Knapp und biblisch, weise und praktisch – das ist das Buch über Gemeindezucht, das wir gesucht haben." Mark Dever

„Eine der heute am häufigsten vernachlässigten Gemeindeaktivitäten ist der Dienst der liebevollen, mutigen und befreienden Gemeindezucht. Dieses Buch bietet einen klaren Blick auf und praktische Anleitungen für diesen unverzichtbaren Aspekt des Zusammenlebens als Leib Christi. Ich habe erlebt, wie zahlreiche Menschen in Gemeindein, die diese Prinzipien praktiziert haben, von Sünde befreit wurden. Ich bete dafür, dass viele Gemeinden wieder entschlossen zu diesem Dienst der Wiederherstellung zurückkehren.“ Ken Sande

Dieses Buch ist ein Band der Reihe „9 Merkmale gesunder Gemeinden”, die jeweils eines dieser Merkmale behandeln. Dieser Band entfaltet aus der Bibel den lehrmäßigen Rahmen der Gemeindezucht und erklärt deren praktische Anwendung.

Hinweis: Bei manchen Exemplaren fehlen die Seiten 122-123 und 128-129. Diese finden Sie HIER ALS PDF.

Die ersten 50 Seiten online durchblättern:

Zusatzinformation

ISBN 9783945716373
Verlag Betanien Verlag
Gewicht 0.2000
Erscheinungsdatum 03.03.2017
Seiten 144
Einband Paperback
Ausrichtung reformatorisch
Bestseller Rang: 20

Kundenrezensionen

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Kundenrezension von Jared L.

Zusammenfassung: Meine Empfehlung an neue Gemeinden und junge Christen

Bewertung:
Ich möchte hier nicht allzu weit ausholen, da das Büchlein auch nicht das dickste ist. Leeman bringt biblische Fakten auf den Tisch und beschreibt sie so, dass es zum einen jeder verstehen und auch anwenden kann. Seine persönlichen Erlebnisse geben die Möglichkeit ein wenig Einblick in die Praxis der Gemeindezucht zu erhalten, was gerade für mich ein wertvoller Inhalt des Buches war, da ich nie in einer Gemeinde, die Gemeindezucht ausübte groß geworden bin.
Er erklärt was Gemeindezucht überhaupt ist, gibt ebenso Gründe an, warum Gemeindezucht in einer liebevollen Gemeinde vorhanden sein muss und füllt dies mit ausreichend Bibelstellen. Ein Büchlein, das kurz und knapp jedem Christen das Grundlegende über Gemeindezucht erklärt. Sollten mich andere, vor allem junge Christen fragen, was Gemeindezucht ist und warum sie nötig sei, würde ich ihnen dieses Buch empfehlen oder ausleihen.

Kurzum: Dieses Buch ist, was es vorgibt zu sein: Eine biblische Abhandlung der Gemeindezucht als Merkmal einer gesunden Gemeinde, so dass es jeder verstehen kann.
(Veröffentlicht am 06.05.2017)
Kundenrezension von A.K. .

Zusammenfassung: Buchrezension: „Gemeindezucht“ von Jonathan Leeman

Bewertung:
Der Verfasser erarbeitet das nicht immer einfache Thema „Gemeindezucht“ sehr gründlich.
Die Stärke des Buches, die manchmal auch zur Schwäche werden kann, ist die klare und hie und da fast schon juristisch anmutende Beweisführung, was Gemeindezucht ist, wie und wann man sie ausüben soll, und wie man am besten vorgeht. Leeman vermeidet „Sündenlisten“ und erliegt auch nicht der Versuchung, dass Gemeindezucht und Liebe einander ausschließen. Von einer „neuen Toleranz“ ist er weit weg, und das tut gut, besonders in Zeiten wie diesen.
Der Schwerpunkt der Gemeindezucht muss bei der Bußfertigkeit gelegt werden, also der inneren und äußeren Bereitschaft des Betroffenen zur Umkehr, das macht uns Leeman biblisch klar und deutlich. Mit der Beurteilung der Situationen und einem gewissen zeitlichen Ablauf, der dann auch in den Fallbeispielen geschildert wird, wird mancher Leser wohl ein wenig Mühe haben. Hier erinnert Leeman manchmal an einen Staatsanwalt, der nach dem Buchstaben des Gesetzes vorgeht, indem er die „Indizien zusammenträgt“ und dann den Sünder „zur Gemeindezucht vorschlägt“.
Sehr hilfreich fand ich die Verbindung von Gemeindezucht mit dem Evangelium und die klare Ermutigung, eine offene Gesprächs- und Gemeindekultur zu schaffen, in der Raum ist für liebevolle Korrektur und auch mal eine notwendige Ermahnung. In den meisten Gemeinden wird man zwar ermutigt und gelobt, aber je „höher“ man in der Gemeinde - oder im Ansehen der Geschwister, denen man dient - steigt, desto weniger wird man auf seine Schwächen, auf Fehlentwicklungen im Charakter oder auf Sünden angesprochen. Diese Tendenz ist sehr gefährlich und verhindert die gesunde „Erziehung“ der Glaubensgeschwister auf der informellen, brüderlich-schwesterlichen Gesprächs- und Gemeinschaftsebene.
Sicher kontrovers zu diskutieren ist die Frage, ob die Ortsgemeinde das Recht und die Autorität hat, Menschen ihr „Christ-Sein“ abzusprechen oder nicht. Hier hätte ich mir den Begriff „Errettung“ oder „Wiedergeburt“ gewünscht, denn dann wären die Erläuterungen von Leeman sicher in eine andere Richtung gegangen. Denn dass wir kein Recht haben, jemandem seine Errettung zu- oder abzusprechen, sollte uns allen klar sein.
Leeman betont aber immer wieder und sehr oft, dass die Gemeinde das Recht und die Pflicht hat, anderen Menschen in unserer Gemeinde das Christ-Sein zu- und auch wieder abzusprechen, sodass er auf S. 52 folgenden seltsam anmutenden Rat gibt: „Gemeinden sollen keine Menschen ausschließen, die sie für Christen halten“ - bitte?? Wen soll eine Gemeinde, die dem Herrn Jesus treu sein und nach Seinem heiligen Wort leben und handeln möchte, denn sonst ausschließen, wenn nicht einen bekennenden Christen?
In Hebr 12,7-8 heißt es (nach der NeÜ): 7 Was ihr ertragen müsst, dient also eurer Erziehung. Gott behandelt euch so wie ein Vater seine Söhne. Oder habt ihr je von einem Sohn gehört, der nie bestraft wurde? 8 Wenn Gott euch nicht mit strenger Hand erziehen würde, ..., dann hätte er euch nicht als Kinder anerkannt.
Der Schreiber des Hebräerbriefes macht es sehr deutlich: Jeder, der von Gott in Seine Zucht genommen wird, ist Sein Kind. Anders herum gesagt: Nur derjenige entgeht Gottes Erziehung im Leben, der kein Gotteskind ist. Gott erzieht nur Seine Kinder, sowie auch wir als Eltern nur Verantwortung für die Erziehung unserer eigenen Kinder haben. Die Nachbarskinder sind tabu, was Züchtigung betrifft. Gott selbst setzt also voraus, dass wir nur und ausschließlich von Gotteskindern sprechen, die in der letzten Konsequenz unter Gemeindezucht gestellt werden müssen, wenn alle anderen Schritte und Möglichkeiten den Bruder/die Schwester nicht zur Umkehr haben führen können.
Schmerzlich vermisst man den Hauptgedanken des immer wieder zitierten Kapitels 18 des Matthäus-Evangeliums: Die Sorge des Hirten um sein verlorenes Schaf. Leeman erwähnt natürlich die „klassische“ Stelle, das sind die Verse 15 bis 20, und legt sie auch sauber aus.
Aber was ist denn hier der Zusammenhang? Es geht den Jüngern - wie leider sehr oft - mal wieder um Größe im Himmelreich. Der Herr Jesus nimmt ein Kind, um eine der entscheidenden Einstellungen der Bibel zu illustrieren: „Ich bin zwar klein, aber ich habe ein großes Vertrauen!“ - so denkt und verhält sich ein Kind. Und wehe, man missbraucht das große Vertrauen dieser Kleinen (damit sind die anvertrauten Schafe in einer Herde, einer Ortsgemeinde, gemeint) für seine eigenen egoistischen Zwecke, für Stolz, für große Zahlen, für Strategiespiele usw.! Dann kann Gott, der große Hirte dieser kleinen Schafe, sehr ungemütlich werden und Er wird nicht zögern, Seine Schutzbefohlenen zu schützen.
Matthäus beschreibt hier die Sorge Jesu um „eines der Kleinen“, die von anderen abhängig sind. Haben wir dieses Herz unseres großen Hirten der Schafe, der sich liebevoll, barmherzig und unendlich geduldig um diese Kleinen kümmert? Haben wir - und davon sprechen die Verse 12-14, die unmittelbar vor (!) den „Gemeindezucht-Versen“ (15-18) stehen - mit diesem Hirtenherz, mit dieser Hirteneinstellung, mit dieser Hirtensehnsucht wirklich alles getan, um einen Bruder/eine Schwester wieder zu gewinnen, bevor wir den schmerzhaften Prozess der formalen Gemeindezucht dann einleiten müssen? Kennen wir die Wehmut und die Tränen der Trauer, die unser Herr Jesus über die Stadt Jerusalem weinte (Luk 19,41-44)? Er hatte wahrlich alles in Seiner Macht Stehende getan, um die Menschen zur Umkehr zu rufen, doch „sie haben nicht gewollt“ (Luk 13,34).
Das Ziel der Gemeindezucht in jeder Form muss laut Gottes Wort die Umkehr und Wiederherstellung des Gotteskindes sein. Darauf, und nur darauf, soll unser Herz, sollen unsere Gebete, sollen unsere Gespräche und sämtliche Anstrengungen gerichtet sein.
Die Geschichte vom unbarmherzigen Knecht, die den Älteren unter uns sicher noch als „Schalksknecht“ bekannt sein dürfte, findet man ebenfalls - und das ist kein Zufall - im Kapitel 18 des Matthäus-Evangeliums, in den Versen 21 bis 35. Der Geist Gottes prüft hier die Leser des Neuen Testamentes und fühlt uns ordentlich auf den Zahn: Haben WIR die richtige Haltung, wenn es darum geht, anderen zu vergeben? Oder sind wir gerne großzügig beim Beanspruchen der Gnade Gottes, wenn es um Vergebung unserer eigenen Sünden geht, und verweigern dann einem gestrauchelten Bruder/einer gestrauchelten Schwester dieselbe Gnade? Gerade die Wichtigkeit und Betonung der Gnade hätte man als eines der 5 reformatorischen „Sola“ doch erwarten dürfen, aber Leeman legt seinen Schwerpunkt weniger auf die Wiederherstellung eines Gotteskindes, als vielmehr auf die „richtige und falsche Repräsentation“ Gottes.
Ich empfinde das Buch als „eingeschränkt empfehlenswert“: Empfehlenswert, weil es das Thema „Gemeindezucht“ kompakt und hilfreich im Rahmen des biblischen Evangeliums behandelt, weil es auf manche Schwierigkeiten konstruktiv eingeht, und sehr gute Vorschläge und Fallbeispiele enthält. Aber eben nur „eingeschränkt“, weil es auch manche eigenwillige Aussage (oder sollte man besser sagen: Auslegung?) enthält, die vielleicht auch eine Folge der Tatsache ist, dass dieses Buch in den USA entstanden ist, wo der Gemeindehintergrund und das Gemeindeverständnis doch manchmal sehr stark von dem abweichen, was wir in Deutschland 500 Jahre nach Luther in unseren Gemeinden über uns selbst und über unsere Gemeinde(n) denken. Der Amerikaner meint fälschlicherweise (zumindest geht das aus Leemans Buch so hervor), dass er Christus vor der Welt repräsentieren muss, und das größtenteils aus eigener Kraft, mit allen Mitteln, um jeden Preis. Wer versagt, fliegt raus. Punkt, Ende. Keine Gnade (oder nur ganz wenig davon). Der Europäer ist es durch seine Geschichte eher gewohnt, nicht immer die erste Geige zu spielen. Groß von sich zu denken, ist ein Irrtum und führt garantiert in die falsche Richtung.
Ich vermisse bei Leeman eine gewisse Demut, ein Rechnen mit eigenem Versagen, ein Bekenntnis auch zu Straucheln und Fallen der Geschwister in unseren Gemeinden. Mir fehlt in diesem Buch ein klares Bekenntnis zur großen Gnade eines großartigen Gottes, der uns „aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht berufen hat“ (1. Petr 2,9). Woher kommen wir, und was dürfen wir sein?! Ich wünsche uns allen mehr Mut: Mut, bei der Wiederherstellung unserer Brüder und Schwestern, immer - und wenn es denn sein muss, auch durch Gemeindezucht - nach dem Herzen und dem Vorbild Christi vorzugehen.
(Veröffentlicht am 04.04.2017)
Kundenrezension von Steffi D.

Zusammenfassung: Für Älteste als auch andere Gemeindeglieder empfehlenswert

Bewertung:
Jonathan Leemans Buch mit dem Titel "Gemeindezucht - Wie die Gemeinde den Namen Jesu ehrt und bewahrt" erschien 2012 im Original unter dem Titel "Church Discipline". Es ist Teil der Reihe von 9Marks, die neun Merkmale einer gesunden Gemeinde anspricht.

In dem Buch wird nicht diskutiert, ob man Gemeindezucht üben sollte oder nicht. Der Autor geht davon aus, dass die Leser (die sowohl Pastoren als auch gewöhnliche Gemeindemitglieder sein können) bereits davon überzeugt sind, dass Gemeindezucht biblisch ist und durchgeführt werden sollte.
Daher macht er nur eine kurze Einführung in die Wichtigkeit dieser Disziplin. Größeren Wert legt Leeman auf das Wann und Wie der Gemeindezucht. Dabei macht er mit der Aufzählung schwieriger Fragen zuerst die Komplexität des Themas klar(er) und zeigt, dass die Bibel kein "Wenn dies geschieht, machst du das"-Regelwerk aufführt. Schließlich treibt uns unsere Unwissenheit in solchen Momenten mehr zu Gott und lässt uns Seine Weisheit suchen, als wenn wir eine Tabelle hätten, die uns sagt, was wir in einem speziellen Fall tun sollen.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Es beginnt mit dem theoretischen Rahmen, führt dann Beispiele mit realen Elementen auf und erklärt das Vorgehen der Ältesten und der Gemeinde in jedem dieser Fälle. Abschließend nennt Leeman einige Punkte, die von Ältesten in der Vorbereitung auf Gemeindezucht beachtet bzw. gelehrt werden sollten.

Man kann Leeman meist gut folgen. In ein oder zwei Einleitungen scheint er sich in den Metaphern etwas zu verheddern, was aber dem sonstigen Inhalt keinen Abbruch tut. Im ganzen Buch habe ich nur eine Handvoll Rechtschreib- der Grammatikfehler gefunden, was sich positiv auf mein Leseerlebnis ausgewirkt hat.
Allerdings scheint zwei Mal eine Doppelseite nicht gedruckt worden zu sein - die Seiten 122/123 und 128/129. Ob das nur bei meinem Exemplar so ist, kann ich nicht sagen.

Es gibt zwei größere Punkte, in denen ich mit ihm nicht ganz einer Meinung bin: Die Beispiele im zweiten Teil des Buches gehen alle von einer kongregationalistischen Gemeinde aus, in der die Gemeindemitglieder letztlich über den Ausschuss eines Mitgliedes entscheiden und wo die Ältesten, die zwar den Prozess leiten sollen, keine alleinige Entscheidungsermächtigung haben. Da die Hirten die Verantwortung über ihre Gemeinde haben, halte ich dieses Vorgehen für nicht so weise.
Desweiteren erklärt Leeman am Anfang des Buches (und geht auf den Seiten 51ff weiter darauf ein), dass Paulus in 1. Korinther 5 und Jesus in Matthäus 18 bei der Gemeindezucht zwei unterschiedliche Ansätze zur Gemeindezucht haben. Diese These kann ich ebenfalls nicht vertreten, vielmehr gibt Jesus in Matthäus 18 das allgemeingültige Prinzip der Gemeindezucht vor, währenddessen Paulus in 1. Korinther 5 eben dieses Prinzip anwendet und bereits für eine Ausschluss plädiert, aufgrund der Tatsache, dass die ersten beiden Schritte (Ansprechen im Privaten und mit zwei oder drei Zeugen) bereits übergangen wurden. Da bereits die ganze Gemeinde und sogar die Heiden in Korinth über das Vorgehen des Mannes Bescheid wussten, war ein Ansprechen unter vier Augen hinfällig. Ich sehe in Paulus' Vorgehen keinen Unterschied zu dem, was Jesus gelehrt hat.
Sonst gehe ich aber mit vielem in diesem Buch konform, was Leeman geschrieben hat.

Was mir vor dem Lesen dieses Buches so bisher noch nicht klar war, ist, dass man in der Praxis oft nicht unmittelbar sehen kann, ob eine Person wirklich Buße über ihre Sünde getan hat. Vorher hatte ich eher ein schwarz-weiß-Bild vor Augen, in dem klar war, ob eine Person ausgeschlossen werden sollte oder nicht. Aber dies entspricht eben oft nicht der Praxis, wie die Situationsbeispiele im zweiten Teil zeigen.
Leeman vertritt die Auffassung, dass man die Aussagen der Person auf Bußfertigkeit überprüfen soll, indem man in Gesprächen prüft, ob sich die Person ändert bzw. was sie sagt. Daher führt er einige Fragen auf, anhand derer man bewerten kann, ob sich die betreffende Person eher buß- oder eher unbußfertig verhält.
Auch vertritt er die Ansicht, dass eine Sünde öffentlich sichtbar, schwerwiegend und die Person unbußfertig sein muss, bevor man weitere Schritte geht. Alle Punkt erklärt er ausführlich und verständlich.

Der Titel mag für manche abschreckend klingen, möglicherweise besonders dann, wenn sie noch kein biblisches Bild von Gemeindezucht haben. Eventuell hätte man das Buch auch "Korrektive Gemeindeseelsorge" nennen können aber da auch der Untertitel "Wie die Gemeinde den Namen Jesu ehrt und bewahrt" das Ziel des Buches weiter verdeutlicht, habe ich persönlich kein Problem mit dem Titel.

Dieses Buch ist meiner Meinung nach sehr umfassend geschrieben und sowohl für Älteste als auch andere Gemeindeglieder empfehlenswert. Denn Gemeindezucht soll nicht nur von Hirten ausgehen, sondern wir alle sollen unsere Geschwister bei Bedarf in Liebe ermahnen (was bereits Schritt 1 der Gemeindezucht nach Matthäus 18 entspricht).
(Veröffentlicht am 29.03.2017)
Kundenrezension von Hanniel S.

Zusammenfassung: Gemeindezucht als Teil des Lebens in der Jüngerschaft

Bewertung:
In dieser Besprechung führe ich zuerst anhand von einigen Fragen durch wesentliche Inhalte. Dann nenne ich fünf Gründe, dieses Buch zu lesen und führe fünf denkwürdige Aussagen auf.

Eine inhaltliche Führung

Was ist die Absicht des Buches?

Die Absicht der Buchreihe ist es, die 9 Merkmale einer gesunden Gemeinde, wie sie Mark Dever im gleichnamigen Buch (3L Verlag: Waldems, 2009) beschrieben hat, näher zu beleuchten. Eines dieser Merkmale ist die Gemeindezucht.

Weshalb ist das Thema heikel?

„Stellen Sie sich eine Gemeinde vor, die mit der geistlichen Milch »Einfach nur glauben« und »Bedingungslose Liebe« genährt wurde.“ Für eine solche Gemeinde macht Gemeindezucht keinen Sinn. Im Gegenteil: Sie wirkt bedrohlich, engstirnig, gesetzlich und unfreundlich für Suchende.

Was ist das Ziel von Gemeindezucht?

Der Glaube versöhnt mit Christus und seinem Volk. „Indem er Sie mit sich selbst versöhnt, versöhnt
Gott Sie auch mit seiner Familie, der Gemeinde, und befähigt Sie, gemeinsam als sein Volk seinen eigenen heiligen Charakter und seine dreieinige Herrlichkeit zu repräsentieren.“ (10) Gemeindezucht dient dem Ziel, dass Gottes heiliger Charakter nicht verunehrt wird.

Was sind die biblischen Grundlagen?

„Ganz allgemein ist Gemeindezucht ein Teil des Lebens in der Jüngerschaft: Hier wird Sünde korrigiert und der Jünger auf einen besseren Weg geführt.“ (25)
1. Korinther 5 beschreibt anschaulich den Zweck: Gemeindezucht soll Sünde aufdecken (V. 2), vor dem kommenden Endgericht warnen (V. 5), retten bzw. zur Umkehr bewegen (V. 5), vor der Ausbreitung der Sünde schützen (V. 6) und ein gutes Zeugnis für Jesus abgeben (vgl. V. 1).

In welchen grösseren Verständnisrahmen muss Gemeindezucht eingebettet sein?

Menschen, die zu Christus gehören, führen durch die Kraft des Heiligen Geistes ein verändertes Leben. Sie repräsentieren Christus auf dieser Erde. Die Ortsgemeinde besitzt Autorität zur Aufsicht. Mitgliedschaft ist ein Akt des Gehorsams gegenüber Christus.

Wann ist der Anlass für formelle Gemeindezucht gegeben?

„Formale Gemeindezucht oder ein Gemeindeausschluss sind angebracht, wenn eine Person ganz offensichtlich fröhlich in offener Sünde verharrt und wenn es keinen Hinweis darauf gibt, dass der Heilige Geist in dieser Person ein Unbehagen erzeugt.“ (46)

Wie soll Gemeindezucht geübt werden?

„Formale öffentliche Gemeindezucht funktioniert am besten in einer Gemeindekultur, in der informelle private Gemeindezucht willkommen ist und auch geschieht.“ (61)

Wann soll die Wiederaufnahme in eine Gemeinde stattfinden?

„Die einfache Antwort darauf lautet: wenn der Sünder umgekehrt und die Gemeinde überzeugt ist, dass diese Umkehr echt ist, weil die Mitglieder die Früchte in seinem Leben erkennen.“ (75)

Was sind wichtige Voraussetzungen für die Umsetzung?

Zunächst muss ein biblisches Verständnis gelehrt werden. „Wenn der Gedanke der Gemeindezucht einer Gemeinde überhaupt einen Sinn ergeben soll, muss diese zunächst eine solide Auffassung vom Evangelium und davon haben, was es heißt, Christ zu sein.“ (120)
Zudem ist eine sorgfältige schriftliche Ausarbeitung vonnöten. „Es ist ein Akt der Freundlichkeit, Menschen wissen zu lassen, an welchen Normen ihr Verhalten gemessen wird, bevor wir an ihnen Gemeindezucht üben.“ (127)

Fünf Gründe, das Buch zu lesen

1. Leeman zeigt auf, weshalb Gemeindezucht in unserer Zeit verpönt ist. Es geht um ein oberflächliches Verständnis des Christseins, der Aufgabe der Christen, der Autorität der Ortsgemeinde und der Bedeutung von Mitgliedschaft.

2. Das Buch ist kein detaillierter Beschrieb eines Strafkatalogs, sondern in den weiteren Rahmen des Evangeliums eingebunden. „Es geht nicht einfach nur darum, Sünde zu korrigieren oder gelbe Karten für Fehlverhalten zu verteilen, sondern darum, Sünde zu korrigieren, damit die Gemeindemitglieder tatsächlich Jesus auf die rechte Weise repräsentieren. Sie sollen dazu aufgerufen werden, das zu sein, was sie zu sein behaupten.“ (42)

3. Der Autor argumentiert aus der Bibel sowohl in grundsätzlicher Art, aber auch bei der Begründung einzelner Schritte (z. B. was aus biblischer Sicht eine Gefahr für die Gemeinde darstellt, S. 66).

4. Schwierigen Fragen und kniffligen Details weicht der Autor nicht aus, wenn er z. B. auflistet, welche Fragen ihm schon gestellt wurden (16-17) oder welche situativen Fragen bei der Entscheidung über formale Gemeindezucht berücksichtigt werden müssen (47-48). Er gibt keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern arbeitet die Fragestellung heraus und entwickelt biblisch begründete Argumente (z. B. wie die Gemeinde in das Ausschlussverfahren einbezogen werden soll, 69-70). Wer die „Checkliste für Gemeindeleiter“ und „Typische Fehler bei Gemeindezucht“ studiert, stösst auf wesentliche Argumente.

5. Der Leser wird persönlich angesprochen. Er versetzt ihn in die heilige Unruhe und stösst das Bestreben an, Ihm ähnlicher zu werden

Fünf Zitate

(Gemeindezucht geschieht aus)
Liebe zum einzelnen Menschen, der gewarnt und zur Umkehr geführt werden muss,
Liebe zur Gemeinde, damit die schwächeren Schafe geschützt werden,
Liebe zur Welt, die uns beobachtet – damit sie Christi lebensverändernde Kraft erkennen kann,
Liebe zu Christus, damit die Gemeinden seinen heiligen Namen ehren und ihm gehorchen. (20)

Wenn Gott Sünde vergibt, weshalb sollten wir uns dann darüber Gedanken machen, Sünde
zu korrigieren? … Ein ausgedünntes Evangelium, das nur von Vergebung und bedingungsloser Liebe spricht, enthält nicht die nötige Substanz, um dieser oberflächlichen Spannung standzuhalten. Als Folge davon wird Sünde toleriert und beginnen Gemeinden, die Welt zu verdüstern. (31)

Meistens geschieht Gemeindezucht in einem informellen, privaten Rahmen. Ein Bruder oder eine Schwester in Christus sündigt und ein anderer Bruder oder eine andere Schwester spricht die Sache diskret und liebevoll an. (44)

Eine Gemeinde sollte deshalb nicht überrascht sein, wann immer eines ihrer Mitglieder, das Jesus repräsentiert, sündigt, doch sie sollte sich sehr dafür interessieren, wie ihre Mitglieder auf solche Sünden reagieren. (60)

Wiederherstellung (bedeutet) einfach, dass die Gemeinde der Person gegenüber ihre Vergebung ausspricht und ihr Bürgerrecht im Reich Gottes von Neuem bestätigt. (73)

Hanniel bloggt - www.hanniel.ch
(Veröffentlicht am 28.03.2017)
Kundenrezension von Hans-Werner D.

Zusammenfassung: Kurz und doch umfassend und zudem noch sehr erbaulich

Bewertung:
Die von Mark Dever gegründete Initiative 9 Marks of a Healthy Church [Neun Merkmale einer gesunden Gemeinde, 9marks.org] hat sich dem Anliegen verschrieben, den Bau biblisch gesunder Gemeinden zu unterstützen, indem neun wichtige Eigenschaften solcher Gemeinden herausgestellt werden: Auslegungspredigten, Biblische Theologie, das wahre Evangelium, ein biblisches Verständnis von Evangelisation und Bekehrung sowie von Gemeindemitgliedschaft und Gemeindezucht, Wachstum durch Jüngerschaft und Leitung durch Älteste. Zu jedem dieser neun Punkte gibt es (bisher nur auf Englisch) ein kurzes, leicht lesbares Buch, das die biblische Lehre zu dem jeweiligen Thema prägnant und praktisch darstellt.
Der Betanien Verlag möchte diese ganze Reihe auf Deutsch veröffentlichen und beginnt mit dem Buch Gemeindezucht, was ein oft vernachlässigter Bereich des Gemeindelebens ist – nicht zuletzt, weil er so negativ besetzt erscheint.

Leeman versteht es jedoch vorzüglich, dieses Thema vom Evangelium her aufzurollen: Was bedeutet es, zu Jesus zu gehören und damit Bürger seines Reiches zu sein? Welche Verbindlichkeit und Verantwortung ist damit verbunden – im Gegensatz zu dem heute verbreiteten Individualismus und dem unverbindlichem „Gemeindehopping“?
Der fehlende Blick für die erforderliche Heiligkeit von Christen ist vor allem dadurch begründet, dass viele eine verkürzte Vorstellung vom Evangelium haben. Sie glauben an eine abgespeckte „light-Version“ des Evangeliums, das nicht auf Buße und Lebensveränderung abzielt. Davon ausgehend verdeutlicht Leeman zunächst den fünffachen Zweck der Gemeindezucht: Sie soll Sünde aufdecken, warnen, retten, schützen und für ein gutes Zeugnis für Christus sorgen. Leeman steckt dann einen vom Evangelium bestimmten Rahmen für Gemeindezucht ab und definiert dazu zunächst hervorragend auf den Punkt gebracht, was das Evangelium, was ein Christ, was eine Gemeinde und was Gemeindemitgliedschaft ist. Schließlich entfaltet er sehr gründlich vor allem anhand von Matthäus 18 und 1.Korinther 5 die biblische Lehre über die Gemeindezucht. Bemerkenswert ist auch seine Auflösung eines scheinbaren Widerspruchs zwischen den Anweisungen Jesu und denen von Paulus für Gemeindezucht.
Nachdem eine sehr solide lehrmäßige Grundlage für Gemeindezucht gelegt worden ist, bringt der Autor zahlreiche Fallbeispiele aus seinem reichen Erfahrungsschatz. Alle Fälle werden biblisch begründet: ein Ehebrecher, eine Spielsüchtige, ein Krimineller, eine gestrauchelte schwache Christin, ein „Passivmitglied“, eine Spaltung betreibende Person, ein „Abgefallener“, der nicht mehr Christ sein will – und die Frage, wie Familienangehörige mit Ausgeschlossenen umgehen sollen. Am Ende folgen noch hilfreiche Regeln und Checklisten. Obwohl das Buch recht kurz ist, enthält es somit doch umfassend alles, was man von einem Buch über Gemeindezucht erwartet – und ist zudem noch sehr erbaulich, weil es die Notwendigkeit und das Vorrecht, Christus zu ehren, wunderbar herausstellt.
(Veröffentlicht am 15.03.2017)

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