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Murray: Die Hoffnung der Puritaner

Murray: Die Hoffnung der Puritaner

Artikel-Nr.: 673614

Iain Murray
Die Hoffnung der Puritaner
Prophetieverständnis, Mission und Erweckung im Lichte der Kirchengeschichte


Paperback, 391 S., RVB 1998

15,20 € *

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Details

Iain H. Murray zeichnet gründlich und kompetent die Entwicklung des Prophetieverständnisses im Laufe der Jahrhunderte nach - angefangen bei den Reformatoren über die Puritaner bis hn zu Spurgeon und Darby - und zeigt die jeweiligen Auswirkungen auf das Leben der Christen und auf die Mission. Der Anhang enthält auch ein Kapitel über Spurgeons Ansichten über Prophetie.

Hinweis: In diesem Buch wird der so genannte Postmillenialismus vertreten - die Erwartung eines weltweiten Reiches Christi vor seiner Wiederkunft. Diese Sicht teilen wir nicht, halten aber die kirchengeschichtlichen Betrachtungen und die Beleuchtung der Entstehung des Dispensationalismus für hilfreich und die biblische Argumentation für interessant (stets 1Thes 5,21 beachten).

Zusatzinformation

ISBN 9783928936149
ISBN 978907623006
Verlag RVB
Gewicht 0.6000
Erscheinungsdatum 1998
Seiten 391
Einband Paperback
Ausrichtung reformatorisch
Bestseller Rang: 1186

Artikelbewertungen

Artikelbewertung von Joseph L.

Zusammenfassung:

Bewertung:
Von der Art und Weise interpretiert man die Bibel, so ist die Art und Weise, durch die man die Welt ansehen wird. Murray schreibt eine fesselnde Geschichte über die Puritaner, die die Bibel in einem wörtlichen Sinne lasen und verstanden. Das heißt, verstanden sie, dass der Neue Bund die weltweite Verbreitung des Evangeliums über die gesamte Erde enthält (Seite 75). Die Verbreitung des Evangeliums deshalb würde durch die Ausgießung des Heiligen Geistes auftreten. So war die Welt die Domäne, die dem Reich Christi gehörte. Im Einklang mit einer wörtlichen Auslegung von Römer 11, würde das jüdische Volk deshalb in diesem Evangelisierung einbezogen werden, und deshalb schließlich an Jesus Christus als ihren Retter glauben wird.

Dieser theologische Einfluss der Puritaner durchdrang die großen Missionsgesellschaften der 18. und 19. Jahrhunderte. Das heißt, glaubten die Puritaner in den Erfolg ihrer missionarischen Bemühungen, die die Erde mit der Erkenntnis des Herrn bedecken würden. Damit ihre Theologie sah die Welt an nicht wie ein Ort, welcher gefährlicher und böser durch die Zeit würde, sondern mehr wie der Herr Christus, da die Ausgießung des Geistes Sünder zu Christus führen würde. Auch würde diese Ausgießung des Heiligen Geistes eines Tages die Nation Israel einschließen, denn die Juden im Neuen Bund damals eingeschlossen werden würde, wann „die Fülle der Heiden“ nach Römer 11 abgeschlossen würde. So verstanden sie Römer 11 im wahrsten Sinne des Wortes. Am Ende würde das zweite Kommen Christi zur Erde auftreten, und führen die zeitlosen Ewigkeit hinein. In einer Fußnote am Ende des Buches bezieht sich Murray zu dieser Ansicht als Postmillenarismus. Interessanterweise erscheint dieses Wort hier eigentlich nur einmal in seinem Buch.

So war die Hoffnung der Puritaner die volle Verwirklichung des Neuen Bundes auf der Erde, wann der Geist Gottes würde auf die ganze Menschheit ausgegossen werden; wann die Erkenntnis des Herrn auf die Erde bedecken würde „wie Wasser das Meer bedeckt“; und wann schließlich das Volk Israel, das viele annahmen, würde nach Palästina wiederhergestellt werden, und damit sie Christus als ihren Retter annehmen würden, um Teil des Leibes Christi zu werden. Diese Ansicht der Puritaner auf die Welt war nicht zynisch, aber sehr hoffnungsvoll.

Wie ein Anhänger der Föderaltheologie, erkannte Murray seine eigene Voreingenommenheit durch das ganze Buch gegen jede Auslegung der Bibel an, die jene zukünftige, unerfüllte Prophezeiung der Bibel enthält. So Murray ist bescheiden, als er den Einfluss der Puritaner aneraknnte, was auf wörtliche zukünftige (aber noch nicht erfüllte) Prophezeiungen bestätigt ist. Die Puritaner sahen die Welt nicht wie das Reich des Satans an, sondern wie das Reich Christi. Dieser Einfluss der Hoffnung brachte das Evangelium nicht nur zu den heidnischen Nationen, sondern auch zu dem jüdischen Volk in Deutschland, Syrien und Budapest im 18. Jahrhundert (Seite 342). Und natürlich, dehnte sich der Einfluss der Puritaner an die große Mission Expeditionen nach Afrika und Indien ebenso, die von Männern geführt wurden, die frommen Anhänger der Theologie der Puritaner gewesen waren.

Zum Beispiel trug William Cary das Evangelium nach Indien, und allein übersetzte die Bibel in ihren vielen verschiedenen Muttersprachen. Nach Murrays Forschung, war einer der großen Einflüsse auf das Leben des Cary sein Verständnis von der Synode von Dortmund, die die Lehre von der Erwählung Gottes aufklärte. Das heißt, wurde Cary angezettelt, um das Evangelium zu den heidnischen Völkern zu bringen, weil Gott wählte einige, aber nicht alle! Entgegen der landläufigen Argumente gegen Calvinismus, die Lehre von Gottes Erwählung, wie durch die Synode von Dortmund verstanden ist, hat Cary eigentlich aufgefordert, um das Evangelium ins Ausland zu bringen. Murray erwähnt auch John Livingston, der das Evangelium nach Afrika trug. Eine bewegende Passage ist der Tod von Livingston, der tot auf seinen Knien im Gebet von afrikanischen Einheimischen gefunden wurde. Er verließ seine Frau und seine Familie in England, um das Evangelium nach Afrika zu bringen. Murray bringt große Feierlichkeit zu seinem Buch durch seine Erzählung über diese beiden großen Männer, die ihr Leben für die Sache Christi gaben.

So Murray malt in breiten Pinselstrichen sowohl die geistlichen als auch die soziologischen Auswirkungen der Bewegung der Puritaner. Ihr Einfluss beschwörte die großen Aufbrüche, die großen Erweckungen, und die großen missionarischen Expeditionen des 18. und 19. Jahrhunderte herauf, und in der Tat schreibt Murray die Überlegenheit der Vereinigten Staaten in der Weltgeschichte zu den verliehenen Segen Gottes wegen der Puritaner zu. Das heißt, Gott segnete die englischsprachigen Völker wegen des Einflusses der Puritaner auf die christliche Theologie im allgemeinen, und auf die Entwicklung der Vereinigten Staaten insbesondere, wo Puritanismus gedieh. Murray ist sehr vorsichtig, darauf hinzuweisen, dass während dieser großen Zeit des Erwachens und Erweckungen und missionarischen Expeditionen, gab es keine „charismatische“ Ausdrucksformen des Heiligen Geistes. Stattdessen gab es einen Geist der Trauer und großer Überzeugung der Sünde, die Sünder zu Christus geführten.

Es gab eine kleine Schwäche in dem Buch, und das war Murrays Behauptung, dass die Puritaner in der Tat das zweite Kommen Christi als immanent nicht verstanden. (Das heißt, die Erde damals hatte weder noch die Ausgießung des Heiligen Geistes erlebt, noch hat die Erkenntnis des Herrn auf die ganze Erde bedeckt, und damit der Herr konnte nicht zur Erde sonst zurückkommen.) Murray stellt seine eigene theologische Argumentation, warum sowohl die Puritaner als auch wir sollten an die Wiederkunft Christi nicht glauben wie immanent. Als Beispiel nennte er Petrus, der von Christus gesagt wurde, dass er vor dem zweiten Kommen Christi sterben sollte (Johannes 21,18-19), und doch sagt er, dass Petrus später eine (geistliche) Hoffnung auf das Wiederkommen Christi umarme laut 2. Petrus 3,12. Was Murray zeigt nicht an, besteht darin, dass, als Christus zu Petrus sagte, dass er vor seiner Rückkehr sterben würde, dieselbe Befreiung wurde nicht zu Johannes aufgetragt, der auch zu der Zeit mit Petrus und Christus anwesend war. Oder anders gesagt, während Petrus vor dem zweiten Kommen Christi sterben würde, gilt das gleiche nicht für Johannes laut Johannes 21,22-23. Murray unterlässt diese Nuance, und natürlich gibt es zahlreiche Hinweise in den Evangelien und sogar von dem Apostel Paulus in seinen Briefen, die Murray ignoriert. Damit müssen Gläubigen jeden Zeitalters leben, als ob der Herr Jesus immer wie „ein Dieb in der Nacht“ zurückkehren würde.

Schließlich beschreibt Murray den theologischen Niedergang des Puritanismus, und legt er die Schuld ganz an den Füßen der Bewegung des Dispensationalismus, der seine Wurzel in den Vereinigten Staaten im späten 19. Jahrhundert fassten. Anders als die Puritaner, sahen Dispensationalismus unerfüllte Prophezeiung durch einen negativen Begriff an, das heißt, würde die Welt zunehmend schlechter werden. (Zum Beispiel, würde der Antichrist eine wiedervereinigte Europa sich aneignen, und verbünden und dann verraten das Volk Israel, das eine Nation in Palästina wiederhergestellt wird.) Murray postuliert, dass die negativen Aussichten der Dispensationalisten die Hoffnung der Puritaner tötete. Murray macht eine sehr kurze Erwähnung des Modernismus und des theologischen Liberalismus am Ende des 19. Jahrhunderts, die das Eingreifen Gottes in der menschlichen Geschichte und sogar durch die Bibel verneinen. Murray behauptet, dass Dispensationalismus die Hoffnung der Puritaner mehr als jeder Modernismus und theologischer Liberalismus im 19. und damit 20. Jahrhunderte beschädigte.
Zum Schluß, beibehielten die Puritaner eine wörtliche Auslegung der Bibel über die Zukunft unerfüllter Prophezeiung, die den unvermeidlichen Erfolg der Heilsbotschaft bis an die äußersten Teile der Erde angenommen hat. So tendierten sie in Richtung eines Postmillenarismus. Das heißt, würde Weltevangelisation erstens die heidnischen Nationen zu Christus durch die Ausgießung des Heiligen Geistes in die Welt bringen und damit die Juden nachher. Während viele Puritaner eine Rolle des zukünftigen Antichrist in der Welt glaubten, würde diese Person den unvermeidlichen Sieg des Evangeliums und seine Macht in der Welt nicht vereiteln, und daher dieser Ausblick der Puritaner war positiv. Christus würde zu seiner Welt zurückkommen, die wird von dem Evangelium durch die Ausgießung des Heiligen Geistes erobert werden. Als Dispensationalismus sein Debüt im 19. Jahrhundert gab, überwand das Negative das Positive. Nach Murray, so tötete Dispensationalismus die Hoffnung der Puritaner, um den Neuen Bund auf der Erde zu vollziehen. Das heißt, beibehält Dispensationalismus das Kommen Christi vor der Vollendung des Neuen Bundes auf der Erde. Dies heißt „Prämillenarismus“.

Von ganzem Herzen empfehle ich dieses Buch zum Lesen. Dieses Buch wird eine neue Perspektive dem Leser geben, wie man die Bibel interpretiert, und damit wie eine Auslegung der Bibel wirkt sich auf eine Art, um die Welt anzusehen. Ohne Rücksicht auf die theologische Überzeugung des Lesers, unterstreicht Murray die Schwere unserer Verantwortung, um das Evangelium zu allen Völkern zu mitteilen. Das Beispiel der Puritaner ist, dass wir unseren Herrn nicht anzweifeln sollen, als er uns befahl, um das Evangelium bis an die Enden der Erde zu mitteilen. Wir müssen lieben die unerrettete Welt, die dem Herrn gehört. Wenn wir den Herrn vertrauen, und damit gehorchen wir an seinem Wort durch Glauben, dann wird er uns segnen. Das heißt die Hoffnung der Puritaner.
(Veröffentlicht am 07.06.2012)
Artikelbewertung von Theodor B.

Zusammenfassung:

Bewertung:
Iain H. Murray schildert in diesem Buch die Geschichte der Erweckungen, die Entwicklung des Prophetieverständnisses und die Missionsbestrebungen der calvinistischen Puritaner in Schottland und England. Großartig ist vor allem Murrays Schilderung der schottischen Erweckungsbewegung des ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhunderts. Die Übersetzung dieses Buches aus dem Englischen ist wirklich gelungen.

Was die „Hoffnung der Puritaner“ betrifft, erwarteten die meisten unter ihnen eine zukünftige Bekehrung der Juden und damit verbunden eine sich anschließende Segenszeit. Unter dem Kapitel „Der Niedergang der Hoffnung“ beschreibt Murray, wie dann der Postmillenialismus, der noch im 17. und 18. Jahrhundert mehrheitlich vertreten wurde, langsam von dem immer mehr erstarkenden Prämillenialismus des 19. Jahrhunderts abgelöst wurde.

Thomas Schirrmacher liefert in einem ergänzenden Essay die Geschichte der protestantischen Missionsbewegung, deren Anfänge bei dem Calvinisten William Carey liegen, dem „Vater der protestantischen Mission“. Schirrmacher zeigt darin den Zusammenhang zwischen Zukunftserwartung und Missionsarbeit auf. Dabei weist er auf die Bedeutung der eschatologischen Vorstellung des Postmillenialismus hin, der die Missionsbegeisterung des frühen 19. Jahrhunderts begründete und nicht nur im reformierten Lager, sondern auch von den Theologen und Begründern der pietistisch-lutherischen Missionsarbeit, Philipp Jakob Spener und August Hermann Francke, vertreten wurde.

(Veröffentlicht am 02.08.2011)

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