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Antholzer: Schluss mit Halbheiten

Antholzer: Schluss mit Halbheiten

Artikel-Nr.: 271194

Roland Antholzer
Schluss mit Halbheiten
Ein klärender Blick auf die Fakten des Heils


Paperback, 192 S., CV Dillenburg 25.02.2016

12,90 € *

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Details

Viele Christen mühen sich mit ihrem Christsein ab. Es ist ihnen eher Last als Befreiung, mit vielen „wenn“ und „aber“. Doch Gott hat mehr Freude an uns, wenn wir klaren Durchblick auf seine Heilstaten bekommen und frei werden, unser Christsein wirklich und kraftvoll zu leben.

Zusatzinformation

ISBN 9783863531942
Verlag CV
Gewicht 0.2570
Erscheinungsdatum 03.03.2016
Seiten 192
Einband Paperback
Ausrichtung allgemein
Bestseller Rang: 1208

Artikelbewertungen

Artikelbewertung von Peter E.

Zusammenfassung: Schluss mit Halbheiten - hinein in neue!

Bewertung:
"Es gibt manche Wahrheiten, die scheinen sich zu widersprechen. ... Als eine solche Wahrheit ist meines Erachtens die Frage nach der Erwählung und der menschlichen Entscheidung zu sehen. ... Mein Ansatz in dieser Frage: Ich lasse schlicht die Aussagen der Bibel stehen und glaube, dass sie wahr sind, auch wenn ich sie mit meiner Logik nicht zusammenbringe." (S. 24) "Es wäre nicht redlich, sie [einander (scheinbar oder echt) widersprechende Bibelstellen, Anm. von mir] allzu rasch wegzuerklären, weil sie nicht ins bevorzugte theologische System passen. Es ist ohnehin immer anzuraten, theologischen System gegenüber, die scheinbar alles erklären, misstrauisch zu sein. In der Regel sind solche Systeme nur möglich, indem widersprechende Bibelstellen 'gefügig' gemacht werden." (S. 96)

So schreibt Roland Antholzer in seinem neuen Buch "Schluss mit Halbheiten" - und nach dem Ende der Lektüre denke ich mir: Hätte er sich nur an seine eigenen Erkenntnisse gehalten! Es ist ebenso unbegreiflich wie beinahe grotesk, diese Sätze in dem Buch vorzufinden - und nachher erweist sich an vielen Stellen, dass er genau in den beschriebenen Fehler verfallen ist!

Aus dem Buch ragen (neben anderen) zwei wichtige Hauptthesen hervor: 1. Ein Christ muss nicht mehr um Vergebung bitten, weil seine gesamte Lebensschuld bereits vergeben wurde (S. 69ff., u.ö.). 2. Das Heil ist unverlierbar. -

Und weil Ersteres wahr sein soll und muss, ist die einschlägige Bitte aus dem Vaterunser (Mt. 6,12) nicht für Christen gedacht, sondern nur für (ungläubige) Juden oder sonstige Zeitgenossen (S. 82). Auch das Vergebenmüssen, bevor man selbst Vergebung erhält (Mt. 6,15), gilt für Christen nicht mehr (S. 82). 1. Joh. 1,9 soll eine Ausage sein, die sich nur an Ungläubige richtet (S. 72, 74). Die Sünden, die ein Kranker eventuell getan hat, beziehen sich nur auf die horizontale, zwischenmenschliche Ebene - Älteste und der Kranke sollen einander vergeben - aber der Kranke, da er ein Christ ist, muss keinesfalls mehr Gott für irgend etwas um Vergebung bitten (S. 80). Antholzer meint auch, wenn ein Christ noch um Vergebung bitten müsste, dann dürfte er bei seinem Bekenntnis keine einzige Sünde vergessen, weil er sonst Pech gehabt und den Himmel verspielt hätte (S. 71). Aber da die Menge unserer Sünden unüberblickbar ist, dürfte das schwerlich gelingen. - Dazu sage ich nur: Von Ps. 19,13 scheint Roland Antholzer noch nichts gelesen zu haben ...

Wenn es unnötig ist, als Christ Gott um Vergebung zu bitten, weil alle meine Sünden ja schon vergeben sind, warum sollte es dann nötig sein, Gott bei der Bekehrung um Vergebung zu bitten? Auch zu diesem Zeitpunkt sind ja alle meine Sünden bereits vergeben - und folglich wäre es doch dort genauso unnötig, Gott um Vergebung zu bitten, wie nachher.

Wie tragisch, wenn eine mehr als fragwürdige These die ganze Auslegung regiert und dann zu Ergebnissen führt, die nicht mehr als "bibeltreu" angesehen werden können.

Dasselbe gilt für die Frage nach der Verlierbarkeit des Heils. Warum ist Antholzer nicht imstande, die eingangs zitierte These auch auf diese Thematik anzuwenden? Warum kann er es nicht stehenlassen, dass es beide Aussagenreihen in der Schrift gibt - den Hinweis auf das sichere Heil (für die Ängstlichen) - und die deutliche Warnung vor dem Abfall (für die Leichtfertigen)? Stattdessen wird getreu im Stil der Brüderbewegung und calvinistischer Theologie die Bibel nach der vorgegebenen These zurechtgestutzt. (Wer abfällt, war gar nie richtig gläubig - S. 44 u.ö.; die nicht in ihm bleiben, waren überhaupt noch nie in ihm - S. 162, usw. usw.). Vor lauter "sola gratia" wird der Jakobusbrief natürlich fast vollständig ausgeblendet usw.

Ich bin es müde, die ewig gleichen Behauptungen einseitiger Systemtheologie zu wiederholen, die durch häufiges Wiederholen ja nicht wahrer werden.

Auch hinter rein sachliche Aussagen ist an einigen Stellen ein Fragezeichen zu setzen. So bringt Antholzer offenbar irrrtümlicherweise die Erweckung von Wales aus dem Jahr 1904 mit der methodistischen Bewegung unter John Wesley im 18. Jh. in Verbindung (S. 101).

Röm. 11,6 wird zweimal nach Schlachter zitiert (S. 86 und 113)- mit einem unnötigen, zweiten Versteil, der sich nur in späteren Revisionen und Manuskripten findet und aus diesem Grund in den Textus receptus gewandert ist.

Fazit: Ein Buch, in dem sich trotz meines Verrisses auch durchaus wertvolle Gedanken finden. Nicht alles, was Antholzer hier schreibt, ist schlecht oder falsch. Aber der unangenehme Zug der "Schriftteilung", "Schriftbeugung" und "Systemgläubigkeit" durchdringt alles und verhindert leider jeglichen substanziellen Erkenntnisfortschritt. Schade!

(Veröffentlicht am 20.06.2016)

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