Zu Ostern das Evangelium verbreiten

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Kundenrezensionen

Artikel 1 bis 15 von 744 gesamt

Seite:
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DeYoung: Leg einfach los!
Bewertung:
Leg einfach los - ja, beten kannst du auch noch.
Der Titel ist Programm. Der Autor des Büchleins "Leg einfach los" hat eine zögernde, junge, von den schier unendlich vielen Möglichkeiten (die unsere Zeit so sehr prägen) verunsicherte Christenheit vor Augen, die viel zu wenig tut. Diese möchte er bewegen, aufzuhören danach zu suchen, dass Gott ihnen, wie einst Gideon, starke Zusicherungen gibt, dass dies sein Weg sei. Und einfach loszulegen.

+ Der Autor stellt klar das Problem dar: Ein unbiblischer Wunsch nach perfekter Erfüllung, Angst vor Problemen und davor, selbst Verantwortung für seine Entscheidung zu übernehmen führt dazu, dass Christen Angst vor Entscheidungen haben.
+ Sehr gut stellt der DeYoung dar, was eigentlich Gottes Wille ist: Dass wir zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit trachten sollen, dass wir ihn verherrlichen sollen und für Gott in der Heiligung leben
+ Von diesem geoffenbarten Willen Gottes leitet DeYoung ab, dass wir uns darum, um viele nicht-ethische, sekundäre Entscheidungen keine Sorgen machen müssen; das entspricht der Aussage von Mt6: Sorge nicht - trachte nach Gottes Reich.
+ weiterhin spricht für das Buch, dass DeYoung bei aller (wohl berechtigten) Warnung vor "Eindrücken", diese nicht verneint, sondern das Bewusstsein ausdrückt, dass Gott so handeln kann. Die Basis für eine Entscheidung ist und bleibt jedoch das Wort Gottes.
+ Der Autor korrigiert unseren Blick auf Gott, indem er aufzeigt, dass wir nicht durch eine sekundäre Entscheidung (wie die der Berufswahl, Heirat etc.) in eine hoffnungslose Situation "außerhalb des Zentrums von Gottes Willen" kommen können, wenn wir primär Gottes moralischen Willen suchen.
+ Er ermutigt dazu, nicht um Erkenntnis des Willens Gottes zu beten, aber z.B. um Bewahrung vor falscher Motivation bei einer Entscheidung (praktisches Beispiel).

- negativ erscheint mir, auf welche Weise der Autor die Lehre von Gottes Vorsehung und die Frage nach richtigen Entscheidungen verknüpft. Es kann der Gedanke (oder die Entschuldigung) aufkommen, dass wir tun können, was wir wollen, weil Gott schließlich alles vorherbestimmt habe. DeYoung beschreibt zwar ebenso die Verantwortung des Menschen (und prangert an, wenn wir Gott für unsere Entscheidungen verantwortlich machen); mir erscheint diese Gegenüberstellung in diesem Kontext jedoch unpassend zu sein (Und Vorsehung = Vorhorbestimmung?)
- Leider wertet DeYoung zugunsten seiner Intention das Gebet etwas ab. Es bleibt ein "ja, beten musst du natürlich auch" übrig. Auch wenn er Gebet als Punkt aufführt, kommt meiner Wahrnehmung nach in seinen Aussagen ; tatsächlich ist jedoch Fakt, dass Christen heute zu wenig beten. Und dass wir dem Gebet zu wenig Macht beimessen. Wir sollen beten: Erforsche mich, oh Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich, und erkenne wie ich es meine, und sieh ob ich auf bösem Weg bin und leite mich auf dem ewigen Weg Psalm 139,23-24 (wohlgemerkt: hier steht nicht: und sage mir, welcher Weg mir nicht gefallen könnte, damit ich den richtigen nehme. Es heißt: leite mich.) Er scheint es auch überflüssig zu finden, für jede Kleinigkeit zu beten (er nennt das übermäßige Vergeistlichung). Genau das scheint jedoch die Lehre der Schrift zu sein.
- Schließlich scheint Titel und Intention etwas überspannt (zumindest ich habe nicht den Eindruck, dass zu viele Gläubige "gar nichts" tun, weil sie keine Entscheidungen treffen, mag Zukunftsmusik sein, da Amerika oft etwas "weiter" ist). Dies ist auch mit der Grund, weshalb ich zögern würde, das Buch uneingeschränkt zu empfehlen: Ich möchte Menschen eigentlich nicht dazu ermutigen "irgendetwas, irgendwie" zu tun. Der Autor sagt zwar, was die Bedingung ist (Mt 6,33), betont jedoch viel stärker das "Just du something".
- damit zusammen hängt ein weiterer Kritikpunkt: Der Schreibstil des Buches ist sehr "jugendlich" aber leider in meinen Augen nicht immer gottesfürchtig (die Gottesfurcht fördernd).

FAZIT: Der Autor stellt in seinem Buch sehr gute Gedanken dar; in meinen Augen ist es jedoch nicht in jeder Hinsicht zu empfehlen; wenn man das Buch jemandem schenken will, sollte man es erst selbst lesen und sehen, ob (und evtl. mit welcher Widmung) man es weitergibt. Ich kenne jedoch kein Buch, dass auf dieselbe eindrückliche Weise die oben angeführten Stärken verbindet.

Philip Jantzen - veröffentlicht am 2017-04-15 14:02:49
Elberfelder Bibel CSV - Pocket Ziegenleder Rotgoldschnitt
Bewertung:
Erstklassike Bibel
diese Handliche und sogar für die Hosentasche passende Bibel ist perfekt für Unterwegs, gerade weil sie so handlich und klein ist, wird diese jetzt auch meine Bevorzugte Bibel in meiner Sammlung sein. Kann ich jedem nur empfehlen dieses besondere Stück.
David Viel - veröffentlicht am 2017-04-11 19:42:39
DeYoung: Leg einfach los!
Bewertung:
Sehr empfehlswert!
"Leg einfach los" ist ein sehr wichtiges Buch für unsere heutige Christenheit. Sowohl junge, als auch ältere Christen sind vom übergeistlichen Gedankengut infiziert, man solle Gottes Willen für jede Entscheidung erbeten und herausfinden. Kevin DeYoung spricht mit diesem gut lesbaren Buch diese falschen Vorstellungen an und macht die biblische Sichtweise zur Entscheidungsfindung deutlich!

Im ersten Kapitel geht es zunächst um eine Beschreibung unserer jungen Generation, die große Schwierigkeiten hat Entscheidungen zu treffen und sie durchzuziehen. Es ist eine gute kurze Analyse, der man voll und ganz zustimmen kann!

Das zweite Kapitel greift der Autor eine in der Christenheit übliche Unterscheidung von Gottes souveränem, moralischem und individuellen Willen auf. Dieses Konzept ist sehr hilfreich, um verständlicher über Gottes Willen zu sprechen.

Kapitel 3 nennt fünf Gründe, warum wir fälschlicherweise nach dem individuellen Willen Gottes fragen. Dieses Kapitel ergänzt das erste Kapitel um einige Schieflagen in unserer heutigen Christenheit. Unbedingt lesenswert!

Im nächsten Kapitel wird deutlich, warum die Suche nach dem individuellen Willen so problematisch ist. Es hat gravierende Folgen für unser Gottesbild und unseren praktischen Lebenswandel! Diese Ausführungen habe ich auch in anderen guten Büchern zu diesem Thema nirgends gelesen und dabei sind sie so wichtig.

In Kapitel 5 geht es um Gottes offenbarten Willen und Kapitel 6 die außergewöhnlichen Offenbarungen Gottes. Daraus folgen die Beschreibung von modernen, aber schlechten Wegen, um Gottes Willen zu erforschen (Kapitel 7) und ein Plädoyer für den biblischen Weg – den Weg der Weisheit (Kapitel 8).

Im vorletzten Kapitel wird die gesammelte Erkenntnis auf die Berufswahl und die Ehepartnerwahl beispielsweise und m.E. vorbildlich angewandt, bevor DeYoung im letzten Kapitel noch einmal zusammenfasst:
"Gott verleiht seinen Kindern den Willen, in seinen Wegen zu gehen – nicht, indem er die nächsten paar Schritte offenbart, die im Schatten verborgen liegen, sondern, indem er uns ein Herz gibt, das Freude an seinem Gesetz hat. Die Moral von der Geschichte lautet also: Lebe für Gott. Gehorche der Bibel. Denke zuerst an andere anstatt an dich selbst. Sei heilig. Liebe Jesus Christus. Und wenn du diese Dinge tust, dann tu, was ansonsten immer du möchtest, und du wirst im Willen Gottes wandeln." S. 112.
Das hört sich für mich sehr biblisch an (vergleiche Ps 37,4) und ist unheimlich befreiend!

Zuletzt bietet diese Buch einen Studienleitfaden, der dieses Buch auch für Hauskreise und andere Kleingruppen interessant macht.

Sicher könnte man den Weg der Weisheit noch detaillierter aufzeigen, indem man dem Leser einzelne Schritte an die Hand gibt. Aber offenbar wollte es der Autor bewusst nicht kompliziert und unnötig lang machen. Die Stärke liegt eindeutig bei der klaren Problembeschreibung der heutigen Praxis Gottes Willen "herauszufinden".

Insgesamt habe ich mich sehr über dieses Buch gefreut. Es ist einfach zu lesen und klar und biblisch in seinen Aussagen. Es ist ein nötiges Buch für unsere Zeit! Man kann es ohne Einschränkung allen Entscheidungsgeplagten und "Gotteswillen-Suchenden" weiterempfehlen! Es ist wie Joshua Harris im Vorwort schreibt: "Es ist mein neues Non-plus-ultra-Buch zum Thema "Gottes Willen finden" und Entscheidungen treffen.
Viktor Janke - veröffentlicht am 2017-04-10 20:42:14
Charles H. Spurgeon: Ratschläge für Prediger
Bewertung:
Klar verständlich warum von vielen Empfohlen
Steve J. Lawson, Tim Conway und Nathanael Armisen empfehlen dieses Buch wärmstens (und natürlich viele andere auch).

Bis auf Kapitel 19 (Haltung und Gebärden) war jedes Kapitel bemerkenswert stark, angereichert mit unzähligen Bildern wie sie Spurgeon stets zu verwenden pflegte. Hilft sehr zum Verständnis. Da habe ich noch viel zu lernen.

Wer predigt, MUSS dieses und jenes von Martin Lloyd Jones (Die Predigt und der Prediger - 3L-Verlag) gelesen haben.
Bonacello - veröffentlicht am 2017-04-10 15:55:06
Ryle: Gedanken für junge Männer
Bewertung:
Sehr wertvoll und kompakt geschrieben (typisch Ryle)
Sehr wertvolles Buch. Anfangs etwas zu 'verallgemeinernd' bezüglich den jungen Männern, doch der 2. - 4. Teil ist sehr wertvoll. Am besten fand ich im 3. Teil Kapitel 1 - 3 (Böse Sünde, Christus kenne & Wichtigkeit der Seele).

Ich würde das Buch allgemein jungen Christen empfehlen, womit ich nicht das körperliche Alter meine sondern Christen die neu im Glauben sind. Ryle vermag aufschlussreich die Not aufzuzeigen, das Leben zum Herrn auszurichten.
Bonacello - veröffentlicht am 2017-04-10 15:50:49
DeYoung: Leg einfach los!
Bewertung:
Sprachlich sehr angenehm und mit der Ausstrahlung gewisser Demut
Mit "Leg einfach los" begegnet uns ein Buch, das eine klare Zielsetzung hat: Eine Frage zu klären, nämlich wie man Gottes Willen bei den Entscheidungen des Lebens herausfinden kann.
Der Autor hat an sich selbst den Anspruch, dies ausschließlich anhand der Bibel zu beantworten und betrachtet zunächst verschiedene Vorstellungen zum Thema. Theologen, die raten, bei jeder noch so kleinen Entscheidung nach einem gewissen Schema Gottes Rat zu suchen und eben diejenigen, die die Ansicht vertreten, Gott würde uns keine persönlich abgestimmte Anleitung in Alltagsfragen geben.
Sprachlich sehr angenehm und mit der Ausstrahlung gewisser Demut führt einen das Buch sehr flüssig tiefer in verschiedene Aspekte des Themas. Es hat mich sehr zum Nachdenken gebracht und hat einen meines Erachtens tiefen, wahren Kern, von dem man viel lernen und an dem man sich vermutlich gar sein ganzes Leben orientieren kann.
Negativ ist mir aufgefallen, dass manche Interpretationen der Bibel als biblische Tatsachen hingestellt werden und nicht als das, was sie sind: Als menschliche Interpretationen. So greift der Autor immer wieder den Gedanken der Vorherbestimmtheit, auch alltäglicher Ereignisse, auf, wohingegen sehr viele Christen die biblische Vorherbestimmung eben als nicht auf den Alltag bezogen ansehen. Die Erläuterungen in dem Buch zu diesem Punkt waren für mich persönlich nicht stimmig und nicht überzeugend.
Abgesehen von unterschiedlichen Ansichten wie zu dem genannten Thema spreche ich eine klare Lese- und Kaufempfehlung für das Buch aus. Zumindest mich hat es weitergebracht und ich denke, das wird auch auf viele andere Leser zutreffen.
Mathias Böhringer - veröffentlicht am 2017-04-08 19:07:46
Leeman: Gemeindezucht
Bewertung:
Buchrezension: „Gemeindezucht“ von Jonathan Leeman
Der Verfasser erarbeitet das nicht immer einfache Thema „Gemeindezucht“ sehr gründlich.
Die Stärke des Buches, die manchmal auch zur Schwäche werden kann, ist die klare und hie und da fast schon juristisch anmutende Beweisführung, was Gemeindezucht ist, wie und wann man sie ausüben soll, und wie man am besten vorgeht. Leeman vermeidet „Sündenlisten“ und erliegt auch nicht der Versuchung, dass Gemeindezucht und Liebe einander ausschließen. Von einer „neuen Toleranz“ ist er weit weg, und das tut gut, besonders in Zeiten wie diesen.
Der Schwerpunkt der Gemeindezucht muss bei der Bußfertigkeit gelegt werden, also der inneren und äußeren Bereitschaft des Betroffenen zur Umkehr, das macht uns Leeman biblisch klar und deutlich. Mit der Beurteilung der Situationen und einem gewissen zeitlichen Ablauf, der dann auch in den Fallbeispielen geschildert wird, wird mancher Leser wohl ein wenig Mühe haben. Hier erinnert Leeman manchmal an einen Staatsanwalt, der nach dem Buchstaben des Gesetzes vorgeht, indem er die „Indizien zusammenträgt“ und dann den Sünder „zur Gemeindezucht vorschlägt“.
Sehr hilfreich fand ich die Verbindung von Gemeindezucht mit dem Evangelium und die klare Ermutigung, eine offene Gesprächs- und Gemeindekultur zu schaffen, in der Raum ist für liebevolle Korrektur und auch mal eine notwendige Ermahnung. In den meisten Gemeinden wird man zwar ermutigt und gelobt, aber je „höher“ man in der Gemeinde - oder im Ansehen der Geschwister, denen man dient - steigt, desto weniger wird man auf seine Schwächen, auf Fehlentwicklungen im Charakter oder auf Sünden angesprochen. Diese Tendenz ist sehr gefährlich und verhindert die gesunde „Erziehung“ der Glaubensgeschwister auf der informellen, brüderlich-schwesterlichen Gesprächs- und Gemeinschaftsebene.
Sicher kontrovers zu diskutieren ist die Frage, ob die Ortsgemeinde das Recht und die Autorität hat, Menschen ihr „Christ-Sein“ abzusprechen oder nicht. Hier hätte ich mir den Begriff „Errettung“ oder „Wiedergeburt“ gewünscht, denn dann wären die Erläuterungen von Leeman sicher in eine andere Richtung gegangen. Denn dass wir kein Recht haben, jemandem seine Errettung zu- oder abzusprechen, sollte uns allen klar sein.
Leeman betont aber immer wieder und sehr oft, dass die Gemeinde das Recht und die Pflicht hat, anderen Menschen in unserer Gemeinde das Christ-Sein zu- und auch wieder abzusprechen, sodass er auf S. 52 folgenden seltsam anmutenden Rat gibt: „Gemeinden sollen keine Menschen ausschließen, die sie für Christen halten“ - bitte?? Wen soll eine Gemeinde, die dem Herrn Jesus treu sein und nach Seinem heiligen Wort leben und handeln möchte, denn sonst ausschließen, wenn nicht einen bekennenden Christen?
In Hebr 12,7-8 heißt es (nach der NeÜ): 7 Was ihr ertragen müsst, dient also eurer Erziehung. Gott behandelt euch so wie ein Vater seine Söhne. Oder habt ihr je von einem Sohn gehört, der nie bestraft wurde? 8 Wenn Gott euch nicht mit strenger Hand erziehen würde, ..., dann hätte er euch nicht als Kinder anerkannt.
Der Schreiber des Hebräerbriefes macht es sehr deutlich: Jeder, der von Gott in Seine Zucht genommen wird, ist Sein Kind. Anders herum gesagt: Nur derjenige entgeht Gottes Erziehung im Leben, der kein Gotteskind ist. Gott erzieht nur Seine Kinder, sowie auch wir als Eltern nur Verantwortung für die Erziehung unserer eigenen Kinder haben. Die Nachbarskinder sind tabu, was Züchtigung betrifft. Gott selbst setzt also voraus, dass wir nur und ausschließlich von Gotteskindern sprechen, die in der letzten Konsequenz unter Gemeindezucht gestellt werden müssen, wenn alle anderen Schritte und Möglichkeiten den Bruder/die Schwester nicht zur Umkehr haben führen können.
Schmerzlich vermisst man den Hauptgedanken des immer wieder zitierten Kapitels 18 des Matthäus-Evangeliums: Die Sorge des Hirten um sein verlorenes Schaf. Leeman erwähnt natürlich die „klassische“ Stelle, das sind die Verse 15 bis 20, und legt sie auch sauber aus.
Aber was ist denn hier der Zusammenhang? Es geht den Jüngern - wie leider sehr oft - mal wieder um Größe im Himmelreich. Der Herr Jesus nimmt ein Kind, um eine der entscheidenden Einstellungen der Bibel zu illustrieren: „Ich bin zwar klein, aber ich habe ein großes Vertrauen!“ - so denkt und verhält sich ein Kind. Und wehe, man missbraucht das große Vertrauen dieser Kleinen (damit sind die anvertrauten Schafe in einer Herde, einer Ortsgemeinde, gemeint) für seine eigenen egoistischen Zwecke, für Stolz, für große Zahlen, für Strategiespiele usw.! Dann kann Gott, der große Hirte dieser kleinen Schafe, sehr ungemütlich werden und Er wird nicht zögern, Seine Schutzbefohlenen zu schützen.
Matthäus beschreibt hier die Sorge Jesu um „eines der Kleinen“, die von anderen abhängig sind. Haben wir dieses Herz unseres großen Hirten der Schafe, der sich liebevoll, barmherzig und unendlich geduldig um diese Kleinen kümmert? Haben wir - und davon sprechen die Verse 12-14, die unmittelbar vor (!) den „Gemeindezucht-Versen“ (15-18) stehen - mit diesem Hirtenherz, mit dieser Hirteneinstellung, mit dieser Hirtensehnsucht wirklich alles getan, um einen Bruder/eine Schwester wieder zu gewinnen, bevor wir den schmerzhaften Prozess der formalen Gemeindezucht dann einleiten müssen? Kennen wir die Wehmut und die Tränen der Trauer, die unser Herr Jesus über die Stadt Jerusalem weinte (Luk 19,41-44)? Er hatte wahrlich alles in Seiner Macht Stehende getan, um die Menschen zur Umkehr zu rufen, doch „sie haben nicht gewollt“ (Luk 13,34).
Das Ziel der Gemeindezucht in jeder Form muss laut Gottes Wort die Umkehr und Wiederherstellung des Gotteskindes sein. Darauf, und nur darauf, soll unser Herz, sollen unsere Gebete, sollen unsere Gespräche und sämtliche Anstrengungen gerichtet sein.
Die Geschichte vom unbarmherzigen Knecht, die den Älteren unter uns sicher noch als „Schalksknecht“ bekannt sein dürfte, findet man ebenfalls - und das ist kein Zufall - im Kapitel 18 des Matthäus-Evangeliums, in den Versen 21 bis 35. Der Geist Gottes prüft hier die Leser des Neuen Testamentes und fühlt uns ordentlich auf den Zahn: Haben WIR die richtige Haltung, wenn es darum geht, anderen zu vergeben? Oder sind wir gerne großzügig beim Beanspruchen der Gnade Gottes, wenn es um Vergebung unserer eigenen Sünden geht, und verweigern dann einem gestrauchelten Bruder/einer gestrauchelten Schwester dieselbe Gnade? Gerade die Wichtigkeit und Betonung der Gnade hätte man als eines der 5 reformatorischen „Sola“ doch erwarten dürfen, aber Leeman legt seinen Schwerpunkt weniger auf die Wiederherstellung eines Gotteskindes, als vielmehr auf die „richtige und falsche Repräsentation“ Gottes.
Ich empfinde das Buch als „eingeschränkt empfehlenswert“: Empfehlenswert, weil es das Thema „Gemeindezucht“ kompakt und hilfreich im Rahmen des biblischen Evangeliums behandelt, weil es auf manche Schwierigkeiten konstruktiv eingeht, und sehr gute Vorschläge und Fallbeispiele enthält. Aber eben nur „eingeschränkt“, weil es auch manche eigenwillige Aussage (oder sollte man besser sagen: Auslegung?) enthält, die vielleicht auch eine Folge der Tatsache ist, dass dieses Buch in den USA entstanden ist, wo der Gemeindehintergrund und das Gemeindeverständnis doch manchmal sehr stark von dem abweichen, was wir in Deutschland 500 Jahre nach Luther in unseren Gemeinden über uns selbst und über unsere Gemeinde(n) denken. Der Amerikaner meint fälschlicherweise (zumindest geht das aus Leemans Buch so hervor), dass er Christus vor der Welt repräsentieren muss, und das größtenteils aus eigener Kraft, mit allen Mitteln, um jeden Preis. Wer versagt, fliegt raus. Punkt, Ende. Keine Gnade (oder nur ganz wenig davon). Der Europäer ist es durch seine Geschichte eher gewohnt, nicht immer die erste Geige zu spielen. Groß von sich zu denken, ist ein Irrtum und führt garantiert in die falsche Richtung.
Ich vermisse bei Leeman eine gewisse Demut, ein Rechnen mit eigenem Versagen, ein Bekenntnis auch zu Straucheln und Fallen der Geschwister in unseren Gemeinden. Mir fehlt in diesem Buch ein klares Bekenntnis zur großen Gnade eines großartigen Gottes, der uns „aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht berufen hat“ (1. Petr 2,9). Woher kommen wir, und was dürfen wir sein?! Ich wünsche uns allen mehr Mut: Mut, bei der Wiederherstellung unserer Brüder und Schwestern, immer - und wenn es denn sein muss, auch durch Gemeindezucht - nach dem Herzen und dem Vorbild Christi vorzugehen.
A.K. - veröffentlicht am 2017-04-04 19:56:42
Strauch: Zurück zur ersten Liebe
Bewertung:
Herausfordernd und hilfreich
Es ist herausfordern weil man sich während den Zeilen unweigerlich prüft (was ja auch gut ist), ob man wirklich Christi Liebe lebt.
Hilfreich ist es darum, weil es einige Seiten zum persönlichen Studium beinhaltet, welches einem unterstützt, über die Liebe nachzudenken, sinnieren und beten.
Bonacello - veröffentlicht am 2017-04-04 11:47:41
DeYoung: Leg einfach los!
Bewertung:
Ein Must Read für alle zögernden Millenials
Für den eiligen Leser: Dies ist ein kurzes, in frischer Sprache geschriebenes Buch vom US-Pastor Kevin de Young (* 1976) über das Thema: Wie erkenne ich den Willen Gottes? Ein Must Read für alle zögernden, zaudernden Millenials. „Bitte nicht darum, alle Pläne zu erkennen, dich ich für dich habe. Bitte mich um Weisheit, damit du weißt, wie du gemäß meinem Wort leben kannst.“ (89)

Gott ist der Mikromanager unseres Lebens

„Es ist Gottes Wille für dich, dieses Buch zu lesen. Ja, ich meine genau dich. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du ‚einfach so‘ dieses Buch nimmst, diese Seite aufschlägst und anfängst zu lesen? Offensichtlich ist das ein Zeichen. Von den Millionen von Büchern auf der Welt hast du gerade dieses gefunden. Wow. Ich bekomme Gänsehaut. Verpasse nicht diesen von Gott arrangierten Moment. Wenn du ihn versäumst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du Gottes Willen für den Rest deines Lebens komplett verfehlen und deine Tage in Trauer und Bedauern verbringen wirst.“ Mit diesen Worten eröffnet Joshua Harris das Vorwort des Buches und bringt eine wesentliche Botschaft auf den Punkt: Gott führt uns souverän bis in die Details unseres Lebens hinein.

Der Schreibanlass: Die Entscheidungsschwäche der Multioptionsgesellschaft!

„Wir sind unbeständig und instabil. Wir halten an nichts fest. Wir sind nie sicher, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Meistens sind wir nicht einmal in der Lage, überhaupt eine Entscheidung zu treffen. Und wir ziehen unsere Entscheidungen nicht durch. … unsere Suche nach dem Willen Gottes (ist) ein Komplize darin geworden, das Erwachsenwerden aufzuschieben. Diese ständige Suche ist ein bequemer Ausweg für junge (oder ältere) Christen, um sich ohne Sinn und Ziel durchs Leben treiben zu lassen. Zu viele von uns verkaufen ihre Instabilität, Unbeständigkeit und die endlose Selbsterkundung als angebliches ‚Suchen nach Gottes Willen‘, als wären das Vermeiden von klaren Entscheidungen und ein stetes Herumwinden Kennzeichen eines besonderen geistlichen Feinsinns.“ (11+13)

Die tragenden Argumente: Drei Kategorien von Gottes Willen

1. Gottes souveräner Wille: „Damit ist das gemeint, was Gott verordnet hat. Alles, was geschieht, geschieht gemäß Gottes souveräner Verordnung (seinem Ratschluss). Und alles, was er verordnet, wird letztendlich eintreten. Gottes souveräner Wille kann nicht vereitelt werden. Er ist unveränderlich und steht absolut fest.“ (16)
2. Gottes moralischer Wille: „Damit ist das gemeint, was Gott befohlen hat – was er von seinen Geschöpfen möchte, dass sie es tun.“ (18)
3. Die dritte Kategorie, Gottes individuellen Willen für spezifische Entscheidungen, stellt de Young in Abrede. „Gottes souveränem Willen zu vertrauen ist gut. Seinem moralischen Willen zu folgen ist Gehorsam. Auf Gottes individuellen Willen zu warten ist das reinste Chaos.“ (22)
Hinter der angeblichen Suche nach dem Willen Gottes für persönliche Entscheidungen stecke nur zu oft die Suche nach der perfekten Erfüllung. „Wir wollen alles. Und Gott soll uns den Weg dahin zeigen.“ (27)

Gewöhnliche Führung und aussergewöhnliche Überraschungen

De Young legt dem Leser nahe, sich nicht auf das Aussergewöhnliche, sondern auf den Alltag zu konzentrieren. „Gott hat keine weiteren Mittel verheißen, um uns zu führen, außer den Heiligen Geist, der durch die Bibel zu uns spricht, und wir sollten auch keine anderen Weisen erwarten.“ (63) Wir sollen deshalb das Aussergewöhnliche nicht zur Norm machen!

Fazit

Der Untertitel ist Programm: „Wie man Entscheidungen trifft ohne Träume, Visionen, Wollvliess, Eindrücke, offene Türen, zufällige Bibelverse, Losewerfen, Gänsehautmomente, Schriftzüge am Himmel etc.“ Es ist viel unspektakulärer. Das weist de Young in frischer, unverstellter Sprache fest und unterlegt es mit soliden Schriftbeweisen. Entdecke das, was Gott angeordnet hat und bewege dich treu innerhalb dieser Leitplanken! Es befreit von der „Sklaverei der Subjektivität“. De Young wendet dies auf die drei wichtigen Entscheidungen Ehe, Arbeit und Gemeinde an.

Sieben Zitate

1. „Ich bin überzeugt davon, dass vorherige Generationen nicht so stark wie wir damit gerungen haben, Gottes Willen zu entdecken, weil sie nicht so viele Optionen hatten wie wir. In vielerlei Hinsicht ist unsere ständige Sorge über den Willen Gottes ein westliches Phänomen der Mittelschicht der letzten fünfzig Jahre.“ (29)
2. „Wir lassen uns von Dingen in Beschlag nehmen, die Gott nicht erwähnt hat und wohl auch nie erwähnen wird, während wir uns vergleichsweise wenig all den anderen Dingen widmen, die Gott bereits in der Bibel offenbart hat.“ (41-42)
3. „Wenn es wirklich einen vollkommenen Willen Gottes gibt, den wir entdecken sollen und in dem wir grenzenlose Freiheit und Erfüllung finden können, warum scheint es dann, dass alle, die den Willen Gottes suchen, so versklavt und orientierungslos sind?“ (50)
4. „Ich liebe es, hinter der Kanzel zu stehen und den Leuten zu sagen: »Ich weiß haargenau, was der Wille Gottes für dein Leben ist!« Gewöhnlich schauen sie dann etwas perplex. Dann lasse ich sie 1. Thessalonicher 4,3 aufschlagen. Die meisten Zuhörer sind enttäuscht, wenn sie meinen Punkt verstehen. Sie wollten etwas Konkreteres als Heiligung.“ (54)
5. „Im Allgemeinen führt und leitet Gott sein Volk, indem er ihnen als Gebetserhörung das Licht seines Heiligen Geistes gibt, der sie befähigt, die Bibel zu verstehen und zu lieben.“ (John Newton, 79)
6. „Die Bibel studieren, auf andere hören und beständig beten – das ist die beste Vorgehensweise, nicht nur in entscheidenden Momenten, sondern als Lebensstil.“ (91)
7. „Männer, wenn ihr heiraten wollt, sucht euch eine gottesfürchtige Frau, behandelt sie gut, sprecht mit ihren Eltern, stellt die Willst-du-Frage, gebt euch das Jawort und fangt an, Babys zu bekommen.“ (101)
Hanniel Strebel - veröffentlicht am 2017-03-30 11:20:12
Leeman: Gemeindezucht
Bewertung:
Für Älteste als auch andere Gemeindeglieder empfehlenswert
Jonathan Leemans Buch mit dem Titel "Gemeindezucht - Wie die Gemeinde den Namen Jesu ehrt und bewahrt" erschien 2012 im Original unter dem Titel "Church Discipline". Es ist Teil der Reihe von 9Marks, die neun Merkmale einer gesunden Gemeinde anspricht.

In dem Buch wird nicht diskutiert, ob man Gemeindezucht üben sollte oder nicht. Der Autor geht davon aus, dass die Leser (die sowohl Pastoren als auch gewöhnliche Gemeindemitglieder sein können) bereits davon überzeugt sind, dass Gemeindezucht biblisch ist und durchgeführt werden sollte.
Daher macht er nur eine kurze Einführung in die Wichtigkeit dieser Disziplin. Größeren Wert legt Leeman auf das Wann und Wie der Gemeindezucht. Dabei macht er mit der Aufzählung schwieriger Fragen zuerst die Komplexität des Themas klar(er) und zeigt, dass die Bibel kein "Wenn dies geschieht, machst du das"-Regelwerk aufführt. Schließlich treibt uns unsere Unwissenheit in solchen Momenten mehr zu Gott und lässt uns Seine Weisheit suchen, als wenn wir eine Tabelle hätten, die uns sagt, was wir in einem speziellen Fall tun sollen.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Es beginnt mit dem theoretischen Rahmen, führt dann Beispiele mit realen Elementen auf und erklärt das Vorgehen der Ältesten und der Gemeinde in jedem dieser Fälle. Abschließend nennt Leeman einige Punkte, die von Ältesten in der Vorbereitung auf Gemeindezucht beachtet bzw. gelehrt werden sollten.

Man kann Leeman meist gut folgen. In ein oder zwei Einleitungen scheint er sich in den Metaphern etwas zu verheddern, was aber dem sonstigen Inhalt keinen Abbruch tut. Im ganzen Buch habe ich nur eine Handvoll Rechtschreib- der Grammatikfehler gefunden, was sich positiv auf mein Leseerlebnis ausgewirkt hat.
Allerdings scheint zwei Mal eine Doppelseite nicht gedruckt worden zu sein - die Seiten 122/123 und 128/129. Ob das nur bei meinem Exemplar so ist, kann ich nicht sagen.

Es gibt zwei größere Punkte, in denen ich mit ihm nicht ganz einer Meinung bin: Die Beispiele im zweiten Teil des Buches gehen alle von einer kongregationalistischen Gemeinde aus, in der die Gemeindemitglieder letztlich über den Ausschuss eines Mitgliedes entscheiden und wo die Ältesten, die zwar den Prozess leiten sollen, keine alleinige Entscheidungsermächtigung haben. Da die Hirten die Verantwortung über ihre Gemeinde haben, halte ich dieses Vorgehen für nicht so weise.
Desweiteren erklärt Leeman am Anfang des Buches (und geht auf den Seiten 51ff weiter darauf ein), dass Paulus in 1. Korinther 5 und Jesus in Matthäus 18 bei der Gemeindezucht zwei unterschiedliche Ansätze zur Gemeindezucht haben. Diese These kann ich ebenfalls nicht vertreten, vielmehr gibt Jesus in Matthäus 18 das allgemeingültige Prinzip der Gemeindezucht vor, währenddessen Paulus in 1. Korinther 5 eben dieses Prinzip anwendet und bereits für eine Ausschluss plädiert, aufgrund der Tatsache, dass die ersten beiden Schritte (Ansprechen im Privaten und mit zwei oder drei Zeugen) bereits übergangen wurden. Da bereits die ganze Gemeinde und sogar die Heiden in Korinth über das Vorgehen des Mannes Bescheid wussten, war ein Ansprechen unter vier Augen hinfällig. Ich sehe in Paulus' Vorgehen keinen Unterschied zu dem, was Jesus gelehrt hat.
Sonst gehe ich aber mit vielem in diesem Buch konform, was Leeman geschrieben hat.

Was mir vor dem Lesen dieses Buches so bisher noch nicht klar war, ist, dass man in der Praxis oft nicht unmittelbar sehen kann, ob eine Person wirklich Buße über ihre Sünde getan hat. Vorher hatte ich eher ein schwarz-weiß-Bild vor Augen, in dem klar war, ob eine Person ausgeschlossen werden sollte oder nicht. Aber dies entspricht eben oft nicht der Praxis, wie die Situationsbeispiele im zweiten Teil zeigen.
Leeman vertritt die Auffassung, dass man die Aussagen der Person auf Bußfertigkeit überprüfen soll, indem man in Gesprächen prüft, ob sich die Person ändert bzw. was sie sagt. Daher führt er einige Fragen auf, anhand derer man bewerten kann, ob sich die betreffende Person eher buß- oder eher unbußfertig verhält.
Auch vertritt er die Ansicht, dass eine Sünde öffentlich sichtbar, schwerwiegend und die Person unbußfertig sein muss, bevor man weitere Schritte geht. Alle Punkt erklärt er ausführlich und verständlich.

Der Titel mag für manche abschreckend klingen, möglicherweise besonders dann, wenn sie noch kein biblisches Bild von Gemeindezucht haben. Eventuell hätte man das Buch auch "Korrektive Gemeindeseelsorge" nennen können aber da auch der Untertitel "Wie die Gemeinde den Namen Jesu ehrt und bewahrt" das Ziel des Buches weiter verdeutlicht, habe ich persönlich kein Problem mit dem Titel.

Dieses Buch ist meiner Meinung nach sehr umfassend geschrieben und sowohl für Älteste als auch andere Gemeindeglieder empfehlenswert. Denn Gemeindezucht soll nicht nur von Hirten ausgehen, sondern wir alle sollen unsere Geschwister bei Bedarf in Liebe ermahnen (was bereits Schritt 1 der Gemeindezucht nach Matthäus 18 entspricht).
Steffi - veröffentlicht am 2017-03-29 09:44:41
Leeman: Gemeindezucht
Bewertung:
Gemeindezucht als Teil des Lebens in der Jüngerschaft
In dieser Besprechung führe ich zuerst anhand von einigen Fragen durch wesentliche Inhalte. Dann nenne ich fünf Gründe, dieses Buch zu lesen und führe fünf denkwürdige Aussagen auf.

Eine inhaltliche Führung

Was ist die Absicht des Buches?

Die Absicht der Buchreihe ist es, die 9 Merkmale einer gesunden Gemeinde, wie sie Mark Dever im gleichnamigen Buch (3L Verlag: Waldems, 2009) beschrieben hat, näher zu beleuchten. Eines dieser Merkmale ist die Gemeindezucht.

Weshalb ist das Thema heikel?

„Stellen Sie sich eine Gemeinde vor, die mit der geistlichen Milch »Einfach nur glauben« und »Bedingungslose Liebe« genährt wurde.“ Für eine solche Gemeinde macht Gemeindezucht keinen Sinn. Im Gegenteil: Sie wirkt bedrohlich, engstirnig, gesetzlich und unfreundlich für Suchende.

Was ist das Ziel von Gemeindezucht?

Der Glaube versöhnt mit Christus und seinem Volk. „Indem er Sie mit sich selbst versöhnt, versöhnt
Gott Sie auch mit seiner Familie, der Gemeinde, und befähigt Sie, gemeinsam als sein Volk seinen eigenen heiligen Charakter und seine dreieinige Herrlichkeit zu repräsentieren.“ (10) Gemeindezucht dient dem Ziel, dass Gottes heiliger Charakter nicht verunehrt wird.

Was sind die biblischen Grundlagen?

„Ganz allgemein ist Gemeindezucht ein Teil des Lebens in der Jüngerschaft: Hier wird Sünde korrigiert und der Jünger auf einen besseren Weg geführt.“ (25)
1. Korinther 5 beschreibt anschaulich den Zweck: Gemeindezucht soll Sünde aufdecken (V. 2), vor dem kommenden Endgericht warnen (V. 5), retten bzw. zur Umkehr bewegen (V. 5), vor der Ausbreitung der Sünde schützen (V. 6) und ein gutes Zeugnis für Jesus abgeben (vgl. V. 1).

In welchen grösseren Verständnisrahmen muss Gemeindezucht eingebettet sein?

Menschen, die zu Christus gehören, führen durch die Kraft des Heiligen Geistes ein verändertes Leben. Sie repräsentieren Christus auf dieser Erde. Die Ortsgemeinde besitzt Autorität zur Aufsicht. Mitgliedschaft ist ein Akt des Gehorsams gegenüber Christus.

Wann ist der Anlass für formelle Gemeindezucht gegeben?

„Formale Gemeindezucht oder ein Gemeindeausschluss sind angebracht, wenn eine Person ganz offensichtlich fröhlich in offener Sünde verharrt und wenn es keinen Hinweis darauf gibt, dass der Heilige Geist in dieser Person ein Unbehagen erzeugt.“ (46)

Wie soll Gemeindezucht geübt werden?

„Formale öffentliche Gemeindezucht funktioniert am besten in einer Gemeindekultur, in der informelle private Gemeindezucht willkommen ist und auch geschieht.“ (61)

Wann soll die Wiederaufnahme in eine Gemeinde stattfinden?

„Die einfache Antwort darauf lautet: wenn der Sünder umgekehrt und die Gemeinde überzeugt ist, dass diese Umkehr echt ist, weil die Mitglieder die Früchte in seinem Leben erkennen.“ (75)

Was sind wichtige Voraussetzungen für die Umsetzung?

Zunächst muss ein biblisches Verständnis gelehrt werden. „Wenn der Gedanke der Gemeindezucht einer Gemeinde überhaupt einen Sinn ergeben soll, muss diese zunächst eine solide Auffassung vom Evangelium und davon haben, was es heißt, Christ zu sein.“ (120)
Zudem ist eine sorgfältige schriftliche Ausarbeitung vonnöten. „Es ist ein Akt der Freundlichkeit, Menschen wissen zu lassen, an welchen Normen ihr Verhalten gemessen wird, bevor wir an ihnen Gemeindezucht üben.“ (127)

Fünf Gründe, das Buch zu lesen

1. Leeman zeigt auf, weshalb Gemeindezucht in unserer Zeit verpönt ist. Es geht um ein oberflächliches Verständnis des Christseins, der Aufgabe der Christen, der Autorität der Ortsgemeinde und der Bedeutung von Mitgliedschaft.

2. Das Buch ist kein detaillierter Beschrieb eines Strafkatalogs, sondern in den weiteren Rahmen des Evangeliums eingebunden. „Es geht nicht einfach nur darum, Sünde zu korrigieren oder gelbe Karten für Fehlverhalten zu verteilen, sondern darum, Sünde zu korrigieren, damit die Gemeindemitglieder tatsächlich Jesus auf die rechte Weise repräsentieren. Sie sollen dazu aufgerufen werden, das zu sein, was sie zu sein behaupten.“ (42)

3. Der Autor argumentiert aus der Bibel sowohl in grundsätzlicher Art, aber auch bei der Begründung einzelner Schritte (z. B. was aus biblischer Sicht eine Gefahr für die Gemeinde darstellt, S. 66).

4. Schwierigen Fragen und kniffligen Details weicht der Autor nicht aus, wenn er z. B. auflistet, welche Fragen ihm schon gestellt wurden (16-17) oder welche situativen Fragen bei der Entscheidung über formale Gemeindezucht berücksichtigt werden müssen (47-48). Er gibt keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern arbeitet die Fragestellung heraus und entwickelt biblisch begründete Argumente (z. B. wie die Gemeinde in das Ausschlussverfahren einbezogen werden soll, 69-70). Wer die „Checkliste für Gemeindeleiter“ und „Typische Fehler bei Gemeindezucht“ studiert, stösst auf wesentliche Argumente.

5. Der Leser wird persönlich angesprochen. Er versetzt ihn in die heilige Unruhe und stösst das Bestreben an, Ihm ähnlicher zu werden

Fünf Zitate

(Gemeindezucht geschieht aus)
Liebe zum einzelnen Menschen, der gewarnt und zur Umkehr geführt werden muss,
Liebe zur Gemeinde, damit die schwächeren Schafe geschützt werden,
Liebe zur Welt, die uns beobachtet – damit sie Christi lebensverändernde Kraft erkennen kann,
Liebe zu Christus, damit die Gemeinden seinen heiligen Namen ehren und ihm gehorchen. (20)

Wenn Gott Sünde vergibt, weshalb sollten wir uns dann darüber Gedanken machen, Sünde
zu korrigieren? … Ein ausgedünntes Evangelium, das nur von Vergebung und bedingungsloser Liebe spricht, enthält nicht die nötige Substanz, um dieser oberflächlichen Spannung standzuhalten. Als Folge davon wird Sünde toleriert und beginnen Gemeinden, die Welt zu verdüstern. (31)

Meistens geschieht Gemeindezucht in einem informellen, privaten Rahmen. Ein Bruder oder eine Schwester in Christus sündigt und ein anderer Bruder oder eine andere Schwester spricht die Sache diskret und liebevoll an. (44)

Eine Gemeinde sollte deshalb nicht überrascht sein, wann immer eines ihrer Mitglieder, das Jesus repräsentiert, sündigt, doch sie sollte sich sehr dafür interessieren, wie ihre Mitglieder auf solche Sünden reagieren. (60)

Wiederherstellung (bedeutet) einfach, dass die Gemeinde der Person gegenüber ihre Vergebung ausspricht und ihr Bürgerrecht im Reich Gottes von Neuem bestätigt. (73)

Hanniel bloggt - www.hanniel.ch
Hanniel Strebel - veröffentlicht am 2017-03-28 11:52:24
Ryle: Mit Gott auf dem Weg
Bewertung:
Sehr wertvolle Gesamtsicht eines christlichen Lebens auf dem Prüfstand
Ryle verschafft durch seine einmal mehr einfach und direkte Schreibweise einen für dieses Büchlein grosse Übersicht was das Christliche Leben beinhaltet.
Im ersten Kapitel ruft er sehr aktiv und direkt zur Selbstprüfung auf und hält diese Aufrufe dann am Ende jedes Kapitels aufrecht, begleitet vom Evangelium.

Die Kapitel über Gebet (4) und der Christ in der Welt (10) sind top!

Ich wage zu behaupten, dass Namenschristen entweder das Buch rasch weglegen oder aber Busse tun und ihren Zustand erkennen.
Bonacello - veröffentlicht am 2017-03-25 15:04:44
Strauch: Der neutestamentliche Diakon
Bewertung:
Mehrheitlich Theorie, kaum Praxis
Wie im Vorwort erwähnt ist die Praxis nicht wirklich vorhanden. Strauch legt zwar klar die Notwendigkeit des Diakons dar, doch wie dies ganz praktisch aussieht, ist nicht so klar wie sich manch einer wünschen wird.
Dennoch lehrreich da biblisch fundiert.
Bonacello - veröffentlicht am 2017-03-20 19:27:53
Boggs: What would Jesus undo
Bewertung:
Das Buch ist empfehlenswert, auch wenn es nicht die ganz aufwühlende Literatur ist, die anfangs angekündigt wurde.
Insgesamt werden in 9 abgeschlossenen Kapiteln einzelne Themen angesprochen, die nach Ansicht des Schreibers Jesus rückgängig machen bzw. abschaffen würde.

Der recht aufrührerische Titel und auch die Aufforderungen in der Einleitung „Lebe lieber einen Tag als Löwe, als 1000 Tage als Lamm“ lassen einiges erwarten. In Zeiten wo plötzlich wieder Mauern gebaut und Grenzen gesetzt werden, ist es gut auch mal wieder sich quer zu stellen.

Die Aussage„Wir sollten am besten in der Bibel schauen und sehen, was Jesus während seines irdischen Dienstes abschaffen versuchte“, lässt erwarten, dass als Grundlage für die einzelnen Themen die biblischen Aufzeichnungen aus der Zeit unseres HERRN Jesus auf Erden dienen. Bis zum ersten Zitat eines Bibelverses dauert es allerdings bis weit ins erste Kapitel hinein.
So ist das Buch eine Auflistung von Themen, die dem HERRN Jesus bereits bei seiner Zeit hier auf Erden widerstrebt haben. Das ganze wird insbesondere in den ersten Kapiteln mit langatmigen Erzählungen aus eigenen Erfahrungen des Schreibers untermauert. Auch die Aufforderungen in den jeweiligen Kapiteln die Dinge selbst anzugehen und zu verändern (rückgängig zu machen), sind nur angedeutet.
Allerdings werden die Themen in den hinteren Kapiteln interessanter und mit deutlich mehr Bezug zur Bibel beschrieben. Beispielsweise das Thema „Leerer Lobpreis“. Hier wird drauf verwiesen wie oft Worte über unsere Lippen bringen und unsere Herzen andere Wege gehen. Diesen leeren Lobpreis, würde Jesus abschaffen, so mutmaßt Michael Boggs. An einigen Stellen ist der Respekt des Schreibers vor dem Thema in den Ausführungen zu erkennen.
Mir persönlich hat auch das Kapitel über Stolz sehr angeregt. Hier wird als Vorbild sehr deutlich die Demut unseres Herrn vor Augen geführt.

Es handelt sich insgesamt um seichte geistliche Literatur, die aber auch kurzweilig zu lesen ist. Die Themen sind durchaus lesenswert und regen zum Nachdenken und auch Anpacken an.
Bevor zum Abschluss noch eine persönliche Ansprache zum Handeln in einem Kapitel als Brief an den Leser gerichtet wird, lesen wir in einem Kapitel „Die Antwort heißt Liebe“: (Zitat: S. 133) „Warum rede ich am Ende eines Buches zum Thema, was Jesus alles abschaffen würde, …über die Liebe Gottes?“ Vielleicht ist es tatsächlich so, wenn Michael Boggs am Ende des Buches sich fragt, ob es vielleicht die eine Sache wäre, die Jesus in uns abschaffen möchte, unsere Unfähigkeit ist, die Liebe Gottes anzunehmen.
RalfM - veröffentlicht am 2017-03-15 20:00:11
DeYoung: Leg einfach los!
Bewertung:
Ein sehr wichtiges Buch, das man auch sehr gut an junge Leute weitergeben kann
Bücher zum Thema, wie man Gottes Willen erkennt, gibt es bereits eine ganze Menge. Leider sind viele davon fragwürdig und insbesondere mystisch geprägt. Sie lehren entweder ausdrücklich oder implizit, dass Gott neben der Bibel noch weitere Offenbarungsweisen habe wie innere Eindrücke, Zeichen usw. Solche Vorstellungen klingen fromm, untergraben aber das Prinzip „allein die Schrift“ und lenken die Erwartungshaltung, wie Gott sich uns auch für unser Alltagsleben allgenugsam offenbart, weg vom geschrieben Wort. Insbesondere junge Leute, die vor wichtigen Entscheidungen wie der Wahl des Ehepartners oder des Berufes stehen, können hier leicht falsch beraten werden und dem Irrtum des trügerischen Herzens (Jer 17,9) erliegen.

Kevin DeYoung ist ein in den USA besonders unter jungen reformierten Christen sehr beliebter Pastor und Autor, der auch schon in Deutschland zu reformatorisch geprägten Konferenzen als Redner eingeladen war (Evangelium 21). Zu oft, so schreibt er in diesem Buch, machen es Christen sich zu kompliziert mit Entscheidungen wie Wahl der Arbeitsstelle, des Ehepartners oder der Gemeinde und sorgen sich zu sehr, dass sie bisher nicht Gottes perfekten Willen für ihr Leben gefunden haben. Oder – was noch schlimmer ist: Sie tun einfach absolut nichts, verharren in einer entscheidungslahmen Starre und Frustration und warten endlos auf klare, direkte und unmissverständliche Wegweisung „von oben“.

DeYoung rät Christen, in nüchterner Weise und mit einem biblisch geschärften Verstand Entscheidungen zu treffen und sich anschließend daranzumachen, die getroffenen Entscheidungen auf biblische und gottesfürchtige Weise auszuleben. Er zeigt aus der Bibel: Gott muss uns nicht bei jeder Weggabelung sagen, was wir tun sollen. Er hat seinen Plan für unser Leben bereits offenbart: Der Bibel zufolge ist sein Wille für unser Leben in erster Linie, dass wir ihn ganz praktisch von Herzen lieben, seinem Wort gehorchen und uns zu seiner Ehre in das Bild seines Sohnes verwandeln lassen. Darüber hinaus haben wir die Freiheit, zu seiner Ehre das zu tun, wozu wir uns in Weisheit entscheiden und was wir bevorzugen. Deshalb heißt das Buch „Leg einfach los.“ Ein zweiter Untertitel beschreibt die irrigen Vorstellungen, mit denen DeYoung aufräumt: „Wie man Entscheidungen trifft ohne Träume, Visionen, Wollvließ, Eindrücke, offene Türen, zufällige Bibelverse, Lose werfen, Gänsehautmomente, Schriftzüge am Himmel etc.“ Gerade in unserer Zeit des gefühls- und erfahrungsorientieren Christseins ein sehr wichtiges Buch, das man auch sehr gut an junge Leute weitergeben kann.
Hans-Werner - veröffentlicht am 2017-03-15 15:15:01

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