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Das Leben von Richard Baxter

Das Leben von Richard Baxter

Artikel-Nr.: 863938
Das Leben von Richard Baxter



Hardcover, 108 S., 3L 04/2012
7,50 € *

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Details

Verlagstext: Dieser Lebensbericht über Richard Baxter ist nach der englischen Ausgabe von 1829 aus Auszügen der Reliquiae Baxterianae von Matthew Sylvester und Will. Orme entstanden. Er enthält das Leben dieses außergewöhnlichen Mannes von seiner Geburt bis zu seinem Tode.

Ein tief beschämendes und zugleich ermunterndes Vorbild für Gesunde wie auch für Kränkliche unter seinen Berufsgenossen.

Es ist wahrhaftig erstaunlich, dass ein so außerordentlicher Geist in einer so "morschen Hülle" wohnen konnte und dieser Mann es schaffte mit einem so äußerst kranken Körper dennoch ein langes Leben von 76 Jahren - bei tiefer Innerlichkeit der verborgenen Gemeinschaft mit Gott - in einer fast beispiellosen Tätigkeit zu arbeiten, teils als Schriftsteller, teils und vorzüglich als Seelsorger.

Maße: 21x14 cm

Zusatzinformation

ISBN 9783941988385
Verlag 3L
Gewicht 0.1400
Ausrichtung reformatorisch

Artikelbewertungen

Artikelbewertung von Michael A.

Zusammenfassung:

Bewertung:
Dieses kleine, gut 100 Seiten umfassende Büchlein ist in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes.

a) Kirchengeschichte / Staatsgeschichte in England & Britannien
Baxter erlebte und beschreibt eine einzigartige kirchliche und politische Umbruchphase in England als direkt Beteiligter/Betroffener. Baxter verstand sich als Episkopaler und sieht Cromwells Lager kritisch. Er beschreibt, wie es zur Bildung der 3 bis heute bestehenden Gruppierungen (Episkopale einerseits und Nonkonformisten andererseits, die sich wiederum in Presbyterianer und Independente aufteilen) gekommen ist. Er war ein Theologe, der den Ausgleich zwischen diesen suchte, und dabei scheiterte, weil er den englischen Hof seiner Zeit im höheren Recht und auf der Seite des Evangeliums stehend glaubte. Stattdessen wurde von dort aus mit allen Mitteln die Restauration des Katholizismus betrieben. (Baxter landete schließlich im Gefängnis und verlor seine Gemeinde in Kidderminster). Dagegen haben sich die Puritaner unter Cromwell gewehrt und deswegen erstmals in Europa einen amtierenden König abgesetzt und wegen Landesverrats vor Gericht gestellt. England war damit eine Republik, regiert vom christlichen „langen Parlament“. Aus diesem Grund sind die absolutistischen französischen Könige der Zeit so brutal gegen die Hugenotten vorgegangen und verwüsteten ihr Land dafür. Sie wollten unbedingt verhindern, dass es ihnen geht wie ihren britischen Standesgenossen und sie ihre Macht an die Bürger verlieren.
2012 jährt sich der Bruch in der englischen Kirche, der durch den Uniformity Act vom 19. Mai 1662,welcher am 24. August desselben Jahres in Kraft trat (deshalb auch Bartholomäus-Gesetz genannt), verursacht wurde zum 350. Mal. Dieses Gesetz führte dazu, dass die evangelisch gesinnten Gemeinden Englands mit einem Schlag etwa 2000 ihrer besten Pastoren verloren. Wer das gegenwärtige kirchliche Leben in Groß-Britannien etwas verfolgt, ist erstaunt, wie die großen Glaubensgemeinschaften mit diesem Jubiläum umgehen und „Versöhnungsgottesdienste“ halten. Theologisch und sachlich werden die Hintergründe jedoch kaum erörtert. Entsprechend inhaltslos und oberflächlich sind dann auch diese Begegnungen.

b) Kirchengeschichte / Staatsgeschichte in Deutschland
Die vorliegende Schrift erschien erstmals 1834 im Deutschland des Vormärz/ der Restauration, also 2 Jahre nach dem Hambacher Fest. Die Lage war ähnlich wie damals in England: König Friedrich Wilhelm III. hatte aus Anlass des 300. Jubiläums der Reformation für Preußen per Dekret die Union der Lutherischen und der Reformierten Kirche befohlen und war dabei, diese unter Gewaltanwendung durchzusetzen (Agendenstreit). Die besten Theologen beider Seiten verließen das Land und so wurde den schwächeren, liberalen Theologen der Weg auf die Lehrstühle der preußischen Universitäten und die Kanzeln der Kirchen geebnet. Genau wie in England unter Karl II. wurde, unter dem Vorwand der Suche und Herstellung kirchlicher Einheit durch politischen Druck, schließlich das Evangelium und dessen Verkünder angegriffen und bekämpft. Wer dazu Näheres nachlesen möchte, dem sei das Buch „Auferstehungsmorgen – Erweckung zwischen Reformation, Reaktion und Revolution“ von Karsten Ernst (im Betanien Verlag erhältlich) wärmstens empfohlen. Für die bekenntnistreuen Evangelischen in Deutschland stellte sich damals die Frage, wer die Sache des Evangeliums eher mittragen würde, die Republikaner oder das Establishment. Trotz des mahnenden Beispiels Baxters sind die meisten bekenntnistreuen Evangelischen damals den für sie leichtesten Weg gegangen und sorgten sich mehr um ihre öffentliche Anerkennung als um ihren eigentlichen Auftrag. Die Folgen für Deutschland und unsere evangelischen Kirchen waren verheerend und sind bis zum heutigen Tag unübersehbar.
(Veröffentlicht am 26.06.2012)

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