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Bühne: Ich bin auch katholisch
Die römisch-katholische Kirche hat in den letzten Jahren nicht nur ihren Einfluss in der Gesellschaft stark vergrößert, sondern sie fasziniert auch mit ihrem Repräsentanten immer mehr Christen anderer Bekenntnisse, denen die eigene, oft liberale und pluralistische Glaubensgemeinschaft angesichts der Geschlossenheit der röm.-kath. Kirche immer fragwürdiger scheint.
Dieses Buch soll dazu anregen, die fundamentalen Glaubenslehren der Katholischen Kirche zu überdenken und mit der Heiligen Schrift zu vergleichen.
Aus dem Inhalt:
- Die Glaubensgrundlage
- Der Mensch
- Die Kirche
- Die sieben Sakramente
- Der Papst
- Maria
- Nach dem Tod

CLV
Christliche Literatur-Verbreitung e.V.
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1 Bewertung
27. September 2026 20:06
Kritik ist legitim – aber die Gegenposition sollte korrekt dargestellt werden
Das Buch behandelt reale Unterschiede zwischen evangelikalem und katholischem Glauben und enthält durchaus Anstöße, die eigene Position anhand der Bibel zu prüfen. Mein großes Problem ist jedoch, dass die katholische Lehre an mehreren wichtigen Stellen verkürzt oder so zugespitzt dargestellt wird, dass anschließend nicht mehr die tatsächliche katholische Position kritisiert wird.
Einige Beispiele: Auf S. 10 entsteht der Eindruck, allein auf Gottes Gnade zu vertrauen widerspreche der katholischen Lehre. Tatsächlich lehrt der Katechismus ausdrücklich, dass niemand die erste Gnade und Rechtfertigung verdienen kann (vgl. KKK 1996–2001; 2010; Eph 2,8–10; Tit 3,4–7).
Auf S. 14 wird behauptet, die Kirchenväter hätten bis ins 5. Jahrhundert ausschließlich die Schrift als Autorität anerkannt. Historisch ist das kaum haltbar. Bereits im 1. und 2. Jahrhundert finden sich bei Clemens von Rom, Ignatius von Antiochien und Irenäus Hinweise auf apostolische Überlieferung, Bischofsamt und Amtsnachfolge. Auch das Neue Testament selbst kennt mündlich und schriftlich weitergegebene apostolische Überlieferung (2 Thess 2,15; 1 Kor 11,2; 2 Tim 2,2).
Problematisch ist auch die Darstellung der Eucharistie. Das Buch vermittelt den Eindruck, die katholische Messe setze voraus, dass das einmalige Kreuzesopfer Jesu nicht ausgereicht habe. Genau das bestreitet die katholische Lehre ausdrücklich: Kreuzesopfer und Eucharistie werden als „ein einziges Opfer“ verstanden; Christus wird nicht erneut gekreuzigt (vgl. KKK 1362–1367; Hebr 7,27; 9,28; 10,10–14).
Ähnliches gilt für die Beichte. Die katholische Kirche lehrt nicht, dass ein Priester aus eigener Vollmacht Sünden vergeben könne. Der Katechismus beginnt ausdrücklich mit: „Nur Gott vergibt Sünden“ (KKK 1441); der priesterliche Dienst wird aus Joh 20,21–23 und 2 Kor 5,18–20 abgeleitet.
Besonders deutlich wird die Verzerrung bei Maria. Auf S. 136–137 wird der Eindruck erweckt, Katholiken würden Maria anbeten oder sie an die Stelle Christi setzen. Die offizielle katholische Lehre unterscheidet Marienverehrung ausdrücklich von der Anbetung, die allein Gott zukommt (KKK 971), und bezeichnet Christus als den einzigen Mittler (KKK 970; 1 Tim 2,5). Die besondere Ehrung Marias wird unter anderem mit Lk 1,28.42.48–49 begründet.
Auch die Behauptung, die deuterokanonischen Bücher seien erst beim Konzil von Trient gegen die Reformatoren zur Bibel „hinzugefügt“ worden, ist historisch irreführend. Diese Bücher finden sich bereits viele Jahrhunderte vorher in kirchlichen Kanonlisten.
Man muss weder Transsubstantiation, Papstamt, Marienverehrung noch andere katholische Lehren für richtig halten. Eine überzeugende Widerlegung sollte aber zunächst die Position des Gegenübers so darstellen, wie dieser sie tatsächlich lehrt. Genau daran fehlt es diesem Buch meines Erachtens an entscheidenden Stellen.
Wer einen fairen Vergleich zwischen Bibel, früher Kirche und katholischer Lehre sucht, sollte deshalb die angeführten Behauptungen unbedingt anhand der Bibel, des Katechismus und frühchristlicher Quellen selbst überprüfen.











