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Trueman: Die Reformation

Trueman: Die Reformation

Artikel-Nr.: 863951
Carl R. Trueman

Die Reformation

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Paperback, 128 S., 3L 05/2012
11,50 € *

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Details

Verlagstext: "Die Reformation stellt eine Bewegung dar, um Gott, so wie er sich in Christus offenbart hat, in das Zentrum des kirchlichen Lebens und Denkens zu platzieren ... Ich möchte argumentieren, dass die Schlüsselerkenntnisse der Reformatoren heute genauso bedeutsam sind (und genauso auf heutige Situationen anwendbar), wie sie es im 16. Jahrhundert waren." In diesem Sinne begibt sich Trueman mit diesem Buch auf die Spur der Reformatoren und untersucht, in wieweit wir heute von ihnen lernen können.

Der Autor macht im wesentlichen 3 Themen als Herzstück der Reformation aus. In Kapitel 2 begegnen wir dem "Mann der Schmerzen". Trueman stellt die "Theologie der Herrlichkeit" der "Theologie des Kreuzes" gegenüber, wie sie Martin Luther bei der Heidelberger Disputation zur Sprache brachte. "Außerdem ist es nicht nur das Menschsein Christi, das für Luther im Mittelpunkt steht - es ist das leidende Menschsein, denn es geschieht am Kreuz, in der Dunkelheit, in den Qualen und dem Elend jenes Todes, dass die siegreiche Gnade Gottes den Augen des Glaubens auf eine solch wunderbare und geheimnisvolle Weise gezeigt wird. Darum kann die gesamte Theologie Luthers ziemlich genau als ein in die Länge gezogener Versuch zusammengefasst werden, Männer und Frauen zu Gott in menschlicher Natur - Jesus von Nazareth - und zu ihm als dem Gekreuzigten hinzuführen."

Das dritte Kapitel betont die zentrale Rolle der Bibel als Wort Gottes, durch das wir die Gnade Gottes in Jesus Christus kennenlernen können. Trueman betont: "Für die Reformatoren war die Bibel nicht bloß eine Quelle der Wahrheit; sie war genau der Kanal, durch den Gott in rettender Weise zu seinem Volk sprach."

Im vierten und letzen Kapitel geht es um die Betonung der Heilsgewissheit, "denn solch eine Gewissheit des Glaubens fungiert im reformatorischen Protestantismus als weit mehr als ein bloßes Beruhigungsmittel für ein beunruhigtes Gewissen."

Carl R. Trueman bietet mit diesem Buch wertvolle Denkanstöße und ermutigt dazu, die aus der Reformation gewonnenen Erkenntnisse auf das heutige (Gemeinde-)Leben und die Praxis (Liturgie, Verkündigung usw.) konsequent anzuwenden.

Originaltitel: Reformation: Yesterday, Today and Tomorrow

Zusatzinformation

ISBN 9783941988514
Verlag 3L
Gewicht 0.1400
Ausrichtung reformatorisch
Bestseller Rang: 732

Artikelbewertungen

Artikelbewertung von Michael A.

Zusammenfassung:

Bewertung:
Wer mal wieder etwas gutes, hilfreiches und inspirierendes lesen möchte, sollte sich dieses Buch in Ruhe zu Gemüte führen.

Es ist der bearbeitete Abdruck eines Vortrages, den Trueman vor etwa 10 Jahren gehalten hat. Auf 120 Seiten mit großem Zeilenabstand sind seine gehaltvollen Ausführungen leicht lesbar präsentiert.
Gerade im Blick auf Fragen und Merkwürdigkeiten im heutigen Gemeindeleben evangelikaler Prägung kann man von der Lektüre profitieren.
Das Buch ist insofern etwas Besonderes, als dass Trueman als erklärtermaßen "guter Calvinist" seine Argumentation ausschließlich aus genuin reformatorisch-lutherischer Perspektive führt.

Man mag sich natürlich fragen, warum er z. B. die Kreuzestheologie Luthers als zentrale Lehre hinstellt und gleichzeitig sagt, dass diese im Verlauf der Reformation nicht beachtet oder gar betont wurde. Über die Gründe, welche es dafür gegeben haben mag, stellt er weiter keine Überlegungen/Erwägungen an.

Man könnte z.B. einwenden:

Seine Kreuzestheologie hat Luther vor dem Herbst 1519 entwickelt, also bevor er den Durchbruch zum biblischen Verständnis des Evangeliums (Rechtfertigung aus Glauben allein) vollziehen durfte.
Diese Einsicht führte Luther auch in Bezug auf seine eigenen Schriften zu einer neuen Perspektive und Schwerpunktverlagerung. Luther hat daraufhin, soweit mir bekannt ist, seine Römerbrief- und seine Galaterbrief-Vorlesung komplett neu geschrieben und die alten Vorlesungen dazu "ausrangiert".

Diese Kreuzestheologie kann insofern irreführend wirken, als dass man darin das Leiden in dieser Welt zu etwas Sinnstiftendem erklärt. Das ist bis heute ein wesentlicher Posten in manchen römisch-katholischen Kreisen. Dort wird das Leiden der Menschen allgemein, und das der Gläubigen im Besondereren, geradezu als heilswirksam glorifiziert.
Dies tritt bei dieser Lehre mit verheerenden Konsequenzen dann ein, wenn ihr Fokus von Jesus Christus weg, auf den (nach Frömmigkeit) strebenden Menschen verschoben wird.

Dies ist aber wohl nicht die Absicht, die hinter Trumans Ausführungen steht.

Vermutlich weist Truman gerade wegen dieser, von ihm bemängelten, Fokusverschiebung auf das, was er unter der Kreuzestheologie versteht, hin.
Im Triumphalismus der aktuellen Lobpreis-/Worshipbewegung wird die hoffnungslose Verlorenheit und Sündenverfallenheit des Menschen kaum noch wahrgenommen. Die Sünde wird nur noch als „Opfererfahrung“ dargestellt. Gott wird als unmittelbar zugänglich vorgestellt. Von Buße und Umkehr ist keine Rede mehr. Infolgedessen fällt dann auch das Wort vom Kreuz unter den Tisch und wird durch eine „Wohlstands-und Herrlichkeitstheologie ersetzt. Christus tritt dann als Sünderheiland zurück und wird vorrangig als allmächtiger, Probleme lösender Herr verkündigt.

Trueman stellt genau diese fatale Fokusverschiebung von Christus zum Menschen im letzten (nach meiner Meinung besten) Teil des Buches ausführlich dar.

Was der Autor schreibt, hat mich tief getroffen.

Auf Seite 119 ist zu lesen:

"(Es ist) eine Notwendigkeit, dass die Kirche den Zustand der menschlichen Natur - als jetzt schon erlöst, aber doch noch nicht zu endgültiger Vollendung gebracht - ernst nehmen muss.

Dies bedeutet, dass wir eine Ernährung mit unablässig triumphalistischen Predigten und geistlichen Liedern vermeiden sollten, da diese nur dazu dienen, eine Art machohafter evangelikaler Kultur der gefühlsmäßigen Freude und Überschwänglichkeit zu schaffen, die mit absolut keinen Zweifeln an gar nichts kombiniert ist.
Eine derartige Kultur ist pastoral gesehen katastrophal, evangelistisch gesehen verkümmert und stellt letztendlich ein falsches Verständnis von dem dar, worum es beim christlichen Glauben geht."

(Veröffentlicht am 10.10.2012)

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