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Liebi: Hesekiel

Liebi: Hesekiel

Artikel-Nr.: 4111003

Roger Liebi
Hesekiel


Hardcover, 216 Seiten, CLKV/CMV-D 2011

14,90 € *

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Details

„Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist." (1 Kor. 10,11)

Was der Prophet Hesekiel in Gottes Auftrag niederschrieb, hat sich zu einem grossen Teil bereits geschichtlich nachweisbar erfüllt. Anderes geschieht vor unserern Augen! Und das, was noch aussteht, nämlich der Bau des neuen Tempels nach den detaillierten Plänen Hesekiels, wird mit göttlicher Präzision auch noch Wirklichkeit werden.

Mehrere Hundert Fussnoten im Verlauf des Kommentars verweisen auf weitere Bibelstellen und laden zu einem vertieften Studium ein.

Dieses ist der erste Kommentare der EZRA-Studienreihe. Sie kombinieren konsequente Treue zum Bibeltext mit gründlicher Kenntnis der historischen Zusammenhänge und überraschenden Anwendungen auf unser Leben als einzelne Gläubige und als Gemeinde. (Verlagstext)

Zusatzinformation

ISBN 9783943175004
Verlag CLKV
Gewicht 0.3300
Erscheinungsdatum 2011
Seiten 216
Einband Hardcover
Ausrichtung allgemein
Bestseller Rang: 1198

Artikelbewertungen

Artikelbewertung von Hans-Werner D.

Zusammenfassung:

Bewertung:
Weder Vertreter des buchstäblichen noch des bildhaften Verständnisses von Hesekiels Visionen sollten von diesem Buch allzu viel erwarten. Die nur rund 200 Seiten für das umfangreiche und komplexe Buch Hesekiel bieten keinen Raum für verschiedene Argumente, geschweige denn für ihre Erörterung.

So geht der Autor einfach von einem irdischen Tausendjährigen Reich aus, dass seiner Ansicht zufolge nach der Niederschlagung von „Gog und Magog“ (Hes. 38) beginnt - obwohl Offb 20 zufolge der Kampf von Gog und Magog erst stattfindet „nachdem die tausend Jahre vollendet sind“ (Offb 20,7). Der Autor erklärt das kurzerhand mit einer seiner Meinung nach „metaphorischen Bedeutung“ von Gog und Magog in Offb 20,7. Dies verdeutlicht schon, dass auch für Dispensationalisten wie Liebi die buchstäbliche Auslegung nicht das höchste Auslegungsprinzip ist, sondern sie zur bildlichen Deutung greifen, wenn ihr System dies erfordert.

Gleiches gilt für die Deutung der Tieropfer in Hesekiel 40-48, die ja buchstäblich als „Sündopfer“ bezeichnet und in Hes 40-46 vierzehn mal erwähnt werden (40,39; 42,13; 43,19.21.22.25; 44,27.29; 45,17.19.22.23.25; 46,20). Ich finde es nicht so tragisch, ob man nun an ein Tausendjähriges Reich glaubt oder nicht, aber wenn man an einen neuen Steintempel samt wiedereingeführten Tieropfern glaubt, halte ich das für sehr bedenklich.

Liebi erwähnt nicht, dass Hesekiels Opfer tatsächlich „Sündopfer“ genannt werden und nimmt diesen Ausdruck offenbar nicht buchstäblich. Was die angebliche Wiedereinführung von Tieropfer betrifft, weist Liebi zwar auf den Konflikt mit dem Hebräerbrief hin, will den aber mit dem außerbiblisch konstruierten Erklärungsmodell entgehen, dass die buchstäblichen, blutigen Tieropfer lediglich so etwas wie das „Abendmahl des Tausendjährigen Reiches“ seien. Die vielfältigen blutigen Tieropfer waren aber gerade Kennzeichen des alten Bundes (keine endgültige Vergebung), und deren Abschaffung durch das einmalige blutige Opfer unseres Herrn Jesus läutete den neuen Bund ein, der die endgültige Vergebung bewirkte - Hebr 10,18 u.a. schließen erneute Opfer unter dem neuen Bund absolut aus. Es kann kein Zurück zu den Opferarten des alten Bundes geben, der neue Bund hat keine Tieropfer und Gottes Heilsgeschichte hat keinen Rückwärtsgang.

Liebi sieht in all diesen Dingen wie Tempel, Opfer, Priester usw. Schattenbilder, die alle auf den Herrn Jesus hindeuten – das ist wohl wahr! -, er meint aber, dass sie dennoch buchstäblich materiell Realität werden. Wenn es aber Schatten sind, wie können die Schatten dann existieren, wenn das größere Licht, der Herr Jesus, bereits gekommen ist, der von sich sagte „Größeres als der Tempel ist hier“ (Mt 12,6)? Er ist der Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks, aber wenn man wie Liebi Hesekiel 40-48 buchstäblich versteht, würde der Herr sein Hohepriesterum über eine aaronitisch-levitische Priesterschaft ausüben! („Söhne Levis“, Hes 40,46; „den Priestern, den Leviten“, 43,19). Liebi versucht diesen massiven Konflikt dadurch zu erklären, dass Hesekiel eine neue Ordnung von Priestern präsentiert, nämlich die „Söhne Zadoks“ (40,46), aber Zadok gehört zum levitischen System, wie eben in diesem Vers 40,46 auch gesagt wird.

Weil der Autor hauptsächlich das angenommene künftige irdische Reich Gottes im Blick hat, versäumt er es, die tatsächliche historische Bedeutung der Botschaft für die Hörer Hesekiels herauszuarbeiten. Zwar nennt er – meist bildhaft interpretierte – Anwendungen für den Christen heute, aber die ergeben sich für ihn eben aus dieser Zukunftsschau und nicht aus der tatsächlichen historischen Situation, in die Hesekiel sprach und die für eine genaue Auslegung und Anwendung unbedingt beachtet werden muss. Ein Beispiel ist die Erklärung der moralischen und geistlichen Bedeutung der Tempelvision: „damit sie sich ihrer Sünden schämen“ (Hes 43,10), wo der historische Zusammenhang zum Versagen des Volkes auf der Hand liegt. Leider geht Liebi darauf überhaupt nicht ein. Den Vorwurf der „Vergeistlichung“, den Dispensationalisten oft Nicht-Dispensationalisten bezüglich der Auslegung von Prophetie machen, muss hier zurückgegeben werden: Den Bezug zum Leben als Christ stellt der Ausleger hier über eine „Vergeistlichung“ seiner vom Zusammenhang losgelösten buchstäblichen Interpretation her, bei richtiger Auslegung hingegen sollte man darum bemüht sein, aus dem historischen Kontext heraus den Wortsinn zu verstehen und aus dieser sorgfältig historisch-grammatischen Auslegung eine Anwendung für heute herzuleiten.
(Veröffentlicht am 09.09.2011)

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