Heute wollen wir uns einem Buch aus der bibeltreuen Verlagslandschaft zuwenden, das 2009 erschienen ist, aber kaum Beachtung gefunden hat. Das mag vielleicht auch an dem Thema des Buches liegen, nämlich Homosexualität. Ja, es ist ein Tabuthema in der bibeltreuen „Landschaft“, doch wir müssen uns auch mit solchen Themen beschäftigen, nicht zuletzt weil auch unter einigen bibelgläubigen Christen diese Sünde kursiert. Viele Christen wissen mit diesem Thema nichts anzufangen. Deshalb halte ich es für wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Gerade weil es auch längst ein gesellschaftlich anerkanntes „Phänomen“ geworden ist. Egal ob wir Seelsorger, Pastoren, oder „nur einfache“ Christen sind, dieses Thema sollte uns beschäftigen.
Was das Buch „Ist Veränderung möglich? – Erfahrungen eines ehemaligen Homosexuellen“ so stark und eindrucksvoll macht, ist dass (wie der Titel schon sagt) der Autor selbst in dieser Sünde (als Christ wohlgemerkt) verstrickt war. So können wir sehr gut nachfühlen und nachvollziehen, was diese Sünde ausmacht und was sie ist. Das besonders Beeindruckende an diesem Buch, ist die Ehrlichkeit und Offenheit des Autors über dieses Thema zu reden. Er spricht offen darüber, dass seine homosexuellen Neigungen wohl nicht aus den Genen kommen (wie oft behauptet wird).
„Durch meine Gedanken, meine Interessen und mein Verhalten wurde ich teils von anderen zu einem Außenseiter „gemacht“, teils machte ich mich jedoch auch selbst zu einem. Eine solche Entwicklung führt ja fast immer zu Schwierigkeiten im weiteren Leben, jedoch bei Weitem nicht immer zu einer homosexuellen Orientierung. Diese ist jedoch oft die Folge, wenn dieses Außenseiter-Dasein mit dem Gefühl verbunden ist, nicht so männlich zu sein wie andere, insbesondere Gleichaltrige. Als Folge fühlte ich mich von anderen Männern nicht als Mann angenommen.“
Weiter schreibt er, wie er diese Neigungen entwickelte und diese Sünde sich in Ihm manifestierte. Er beschreibt auch seinen Weg zu Gott und wie er den Ausweg aus dieser Sünde fand. Im Nachwort erläutert er allerdings
„Ich habe in diesem Buch bewusst von „Veränderung“ von homosexuellen Gefühlen geschrieben, nicht von „Heilung“ oder gar „Umpolung“. Um ein weiteres Mal William MacDonald zu zitieren: „Was die homosexuelle Neigung betriff, so kann ein Gläubiger für den Rest seines Lebens dagegen zu kämpfen haben.“ Ich würde lügen, würde ich behaupten, ich wäre nun geheilt und frei von jeglicher Versuchung im homosexuellen Bereich, von all meinen homosexuellen Gefühlen.“
In solchen Momenten erahnt man, was für eine Macht diese Sünde hat, doch Christus ist mächtiger. Heute ist der Autor ein glücklich verheirateter, Christus dienender Vater.
Gerade weil wir Christen mit diesem Thema wenig bewandert sind und es durchaus möglich ist, dass in unseren Gemeinden Menschen mit solchen Neigungen sind, stehen wir in der Verantwortung, uns damit zu beschäftigen. Die intime und ehrliche Schilderung, gepaart mit praktischen Anweisungen und Wegen aus dieser Sünde, machen dieses Buch diesbezüglich besonders wertvoll.
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