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| Graf-Stuhlhofer: Christliche Bücher kritisch lesen |
Art.Nr.: 540659 |
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| In den Shop aufgenommen am: 17.03.2009 |
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| Bewertungen zu diesem Artikel: |
| Autor: Hans-Werner D. |
Bewertung:  |
Datum: 17.03.2009 |
Das Anliegen dieses Buches ist ein sehr gutes und wichtiges: Unser - sowohl geistliches als auch fachliches und logisches - Unterscheidungsvermögen ("kritisches Denken") soll geweckt und geschult werden.
Das Buch hat zwei Teile: Eine Einleitung und einen Übungsteil. In der Einleitung legt der Autor überzeugend sein Anliegen dar, geht dabei aber recht distanziert vor, d.h. er ergreift keine Partei für eine Anschauung, auch nicht für eine bibeltreue Position (obwohl er sie vermutlich vertritt). Schade finde ich, dass er noch nicht einmal das Anliegen seines Buches biblisch begründet - was eigentlich nahe läge, denn: Die Bibel fordert Ehrlichkeit, Wahrheitsgemäßheit, Vertrauenswürdigkeit, Fairness, Fleiß und Sorgfalt, Wachsamkeit, einen gesunden, Gott hingegebenen Verstand, Unterscheidungsvermögen, das Prüfen der Geister und Botschaften usw. Genau dazu fordert dieses Buch auf.
Im Übungsteil werden zunächst typische Fehlerarten kurz erklärt: falsche Darstellung von Sachverhalten, Widersprüchlichkeit der Aussagen, falsche oder unzutreffende Zitate und Schriftstellenangaben, falsche Interpretation von Quellen und Bibeltexten, Polemik, fehlende Differenzierung, schwache, unschlüssige und falsche Argumentation, Pragmatismus, schwache Thesenbegründung. Darauf folgen jeweils zahlreiche Beispiele aus konservativ-christlichen Publikationen (die wir z.T. sogar in unserem Sortiment führen), wobei der Leser aufgefordert wird, den Fehler selbst zu erkennen. Die Lösung folgt erst am Ende des jeweiligen Abschnitts.
Begrüßenswert ist, dass Negativbeispiele auch aus solchen Büchern angeführt werden, deren Grundlanliegen eigentlich ein berechtigtes ist (z.B. Kritik am Katholizismus). Dem Autor geht es sicher nicht darum, dieses Grundanliegen zu diskreditieren, sondern darum, christliche Autoren und Lesern zu einer Qualitätssteigerung in der Publizistik zu motivieren. Christliche Literatur muss unbedingt sauber recherchiert und vertrauenswürdig sein, ansonsten ist es fraglich, ob der Sache des Evangeliums gedient ist.
Einige Abschnitte und Themen finde ich etwas schwach behandelt. Z.B. das Thema "Argumentationsweisen" (Eristik, die Lehre vom Argumentieren) hätte man wesentlich ausführlicher und gründlicher ausarbeiten und treffendere Beispiele finden können. So geht der Autor kaum auf folgende schwache bzw. unfaire und unter Christen unangebrachte Argumentationsweisen ein, die aber leider in vielen christlichen Büchern zu finden sind: Argumentum ad hominem, Strohmann-Argument, Rabulistik, Sophismus, Paralogie usw. Auf Polemik und Pauschalisierung (fehlende Differnzierung) geht der Autor kurz ein.
Etwas mühsam ist das Hin- und Herblättern, das nötig ist, wenn man die Quelle der Beispieltetxte erfahren will: Sie sind am Ende des Buch ist zwei getrennten Abschnitten zu finden. Die Dünne des Buches macht es aber möglich, die nötigen vier Finger gleichzeitig in die jeweiligen Seiten zu stecken ... |
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